Sonderausgabe Dezember 2005

 

Guten Tag {anrede} {nachname},

ich bedanke mich für Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung und die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Mit diesem Newsletter möchte ich mich ganz persönlich in einem besonderen Anliegen an die Abonennten dieses Newsletters wenden.

Alle Jahre wieder .....immer zwischen den Jahren.....  publizieren die Tageszeitungen einen Artikel über die Vorhersagen des abgelaufenen Jahres. Als Informationsquelle dient den Journalisten alljährlich eine Pressemiteilung der GWUP, die sich selbst zum Wahrsager-Wächter ernannt hat und die Sie >> hier lesen können. In den kommenden Tagen dürfen wir Sie also wieder die entsprechenden Artikel in den Tageszeitungen erwarten.

Die Methoden der Skeptiker von der GWUP sind alljährlich auf die gleiche Weise angelegt und nur als infam zu bezeichnen. Wer mehr über diese Vereinigung und ihr unseriöse Vorgehensweise erfahren möchte, dem sei die Website www.skeptizismus.de empfohlen. Dort steht unter anderem zu lesen:

Um glaubwürdiger zu wirken, präsentieren sich "Skeptiker"-Organisationen im Zuge ihrer öffentlichen Selbstdarstellung nach Außen hin oft als "Vertreter der Wissenschaft", "neutrale Untersucher" oder gar als "unvoreingenommen". Immer wieder fallen z.B. Journalisten auf diese Fassade herein, hinter der bei genauerem Hinsehen wenig steckt. Die über Presseerklärungen bekannt gemachten vermeintlichen "wissenschaftlichen Untersuchungen" der Gruppen entpuppen sich in aller Regel nur als inszenierte PR-Maßnahmen zur Selbstvermarktung, um auf sich aufmerksam zu machen.

All dies lässt sich auch für die neueste Pressemitteilung vom 15.12..2005 als zutreffend feststellen, in der es u.a. heißt:
„Es wurden 2005 wurden ca. 110 Prognosetexte von 27 namentlich bekannten Auguren ausgewertet – dazu kommen noch etwa 20 Prognosetexte von kommerziellen Astrologieseiten, die nicht namentlich signiert sind.“ Das nennt man also „wissenschaftlich“, wenn man seinen Erhebung Zirka-Angaben zugrunde legt. Noch erhellender ist ein Blick auf die Website des genannten Herrn (http://www.wahrsagercheck.de/), denn dort sammelt er die Prognosen. Sie können zählen solange Sie wollen, Ihnen wird es nicht anders ergehen als mir. Sie werden nur 70 Statements von 13 namentlich genannten Personen und 10 Aussagen mit dem Hinweis „Quelle unbekannt“. So seriös arbeitet man bei der GWUP. Aber dem nicht genug! Die Pressemitteilung wird marktschreierisch betitelt mit „2005: Die Sterne sagten nichts – sie nuschelten nur“ und wenige Zeilen weiter können wir lesen: „Unter den 110 Prognosen von 27 Astrologen, Nostradamusdeutern, Wahrsagern und Numerologen....“. Eigentlich dürfte man von einem akademischen Wissenschaftsbeirat erwarten, dass er sich vor der Verbreitung einer Pressemiteilung über den Gegenstand der Materie kundig macht. Was bitte haben Wahrsager, Nostradamusdeuter, Feng Shui Meister und Numerologen mit den Sternen zu tun? Oder geht es lediglich darum, die Astrologen zu verunglimpfen? Diese Begriffsverwirrung zieht sich durch die gesamte Pressemitteilung.

Und noch eine kritische Anmerkung. Derzeit sind ca. 2000 deutschsprachige Astrologen in Verbänden organisiert, die Zahl der darüber hinaus praktizierenden Astrologen dürfte aber in jedem Fall noch größer sein. Nehmen wir dies zur Grundlagen, dann ist die Basis, auf der  diese tendenziöse Pressmitteilung erstellt wurde, verschwindend gering. Aber für eine Diffamierungskampagne benötigt man ja bekanntlich auch keine stimmigen Fakten

Es gibt etwas zu tun!

In den nächsten Tagen werden Sie in Ihrer Tageszeitung höchst wahrscheinlich einen Artikel finden, der sich mit den Vorhersagen über das vergangene Jahr befasst und die GWUP als Quelle nennt. Ärgern allein nützt nichts. Machen Sie es so wie ich: Schreiben Sie an den Chefredakteur Ihrer Tageszeitung und machen Sie ihn darauf aufmerksam, dass er sich auf unseriöse Quellen stützt. Verweisen Sie ich auf die oben genannte Website www.skeptizsimus.de. Stellen Sie klar, dass hier unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit eine infame Verleumdungskampagne betrieben wird und dass die Tageszeitung sich vor diesen diskriminierenden Karren spannen läßt. Verweisen Sie darauf, dass die Achtung der Wahrheit ebenso wie eine gründliche Recherche zum Pressekodex gehört.

Wollen Sie noch weiter gehen, dann reichen Sie beim Deutschen Presserat eine Beschwerde ein. Den Pressekodex mit allen Richtlinien finden Sie >>hier. Diesem ist u.a. anderem zu entnehmen, dass die  wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit oberstes Gebot ist. Ebenso muß der Journalist die zur Veröffentlichung bestimmten Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Auch darf niemand  aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe diskriminiert werden. Eine Anleitung zur Beschwerde mit Checklisten zum Download finden Sie >> hier. Selbst wenn der Presserat keine Rüge erteilt, zeigen wir an, dass wir uns als Berufsgruppe benachteiligt fühlen.

Warum das alles??

Sicher können wir auf diese Weise den Unfug der GWUP nicht abstellen, aber nur still mit den Zähnen zu knirschen hilft noch weniger. Ich persönlich akzeptiere jede sachliche Kritik an der Astrologie und halte diese auch für  wünschenswert.  Aber ich betone noch einmal „sachlich“. Davon kann in dieser alljährlichen Seifenoper der GWUP keine Rede sein! Deswegen halte ich es für sinnvoll, in den Redaktionen das Bewusstsein für den tendenziösen und únsachgemäßen Gehalt dieser Meldung zu schärfen. Je mehr Briefe in möglichst vielen Redaktionen eingehen, umso besser. Denn nur so werden die Redaktionen hellhörig. Sollten Sie Antwortbriefe erhalten, so würde ich mich in jedem Fall über eine Kopie freuen.

Ganz herzlichen Dank jetzt schon für Ihre rege Unterstützung. Ich wünsche Ihnen noch schöne Feiertage und alles Gute im Jahre 2006

Mit  freundlichen Grüßen 


Reinhardt Stiehle
info@chironverlag.com

 


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Chiron Verlag, Postfach 1250, D-72002 Tübingen
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