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  Titel: Astrologia Gallica - Buch XXI

Autor:

Jean Baptiste Morin de Villefranche

Seiten:

192

Preis:

19,90 EUR


Es ist eine Ironie des Schicksals, dass in der Astrologie heute sehr wenig über das Werk jenes Mannes bekannt ist, der ihre Deutungsgrundlagen ganz entscheidend geprägt hat: Jean Baptiste Morin, der im Jahre 1630 als Professor der Mathematik an das Collège de France berufen wurde. Das Lebenswerk von Morin, an dem er mehr als 30 Jahre gearbeitet hatte, trägt den Titel ASTROLOGIA GALLICA, ein mächtiger in 26 Bücher eingeteilter Foliant. Sein Ausgangspunkt ist die Lehre des Ptolemaeus, dessen Werk er aber von allen mittelalterlichen Zusätzen und abergläubischen Regeln bereinigte und mit den Kenntnissen des 17. Jahrhunderts aktualisierte. Das Kernstück seiner astrologischen Theorie bildet die im 21. Buch der ASTROLOGIA GALLICA dargestellte Determinationslehre.

Im ersten Teil des 21. Buches untersucht Morin die Theorien über den Einfluss der Gestirne, die von Kepler und anderen Zeitgenossen vertreten wurden, und erläutert mit scharfer Logik, was er akzeptiert bzw. zurückweist. Im zweiten Teil beschreibt er sein Lehrgebäude im Detail. Dabei vertritt er die Auffassung, dass die ausschließliche Herrschaft der Planeten und Zeichen vorrangig zu behandeln sei und beschreibt alle Varianten anhand von eingängigen Beispielen. Insbesondere dieser Gedanke der Zeichenherrschaft der Planeten ist ein Grundbegriff im System nach Morin und gehört auch heute noch zum unabdingbaren Kenntnisstand des ausübenden Astrologen.
 
 
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biographie
Jean Baptiste Morin de Villefranche (1583 - 1656) war viele Jahre Arzt, erwarb sich aber durch eingetroffene Prognosen einen guten Ruf als Astrologe. Höfische Kreise konsultierten ihn. 1650 wurde er Professor für Mathematik. Sein Lebenswerk, die "Astrologia Gallica", an der er 30 Jahre gearbeitet hatte, wurde erstmals fünf Jahre nach seinem Tod gedruckt.
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leseprobe
Jeder Planet, der an und für sich eine dem Sinn seines Positionshauses entsprechende Bedeutung aufweist, verwirklicht diese je nach den Faktoren seines kosmischen Zustandes – sei es zu guten oder zur schlechten Seite hin. Es sei denn, dies wird auf andere Art stark verhindert. Wenn jedoch die Natur des Planeten gegensätzlich zur Hausbedeutung ist, so verneint, verhindert, entfernt oder bringt er weniger Erfolg für die Angelegenheiten dieses Hauses. Jeder Planet in gutem kosmischen Zustand, wie z.B. in seinem eigenen Zeichen oder in Exaltation oder Triplizität, östlich zur Sonne und westlich zum Mond, frei von ungünstigen Aspekten durch Übeltäter, in direktem und schnellen Lauf, usw., soll universell wohltätig sein für jedes Individuum, welches zu dieser Zeit geboren wird – in welchem Haus er auch immer erscheinen möge – und dies ist sogar noch sicherer, wenn er die günstigen Strahlen von Wohltätern erhält. Denn das Gute oder Schlechte der essentiellen Natur oder des Zustandes eines Planeten ist weder aufgehoben noch verändert durch die Häuser, sondern diesem wird lediglich eine spezifische Determination gegeben und die Planeten sind um so effektiver in ihren Handlungen, je mehr ihr kosmischer Zustand in Übereinstimmung mit ihrem Wesen steht. Aus diesem Grund ist die Kraft der Übeltäter immer sehr groß – möglicherweise sogar recht gefährlich – wenn sie im siebten, achten oder zwölften Hause stehen (offene Feinde, Tod, Krankheiten und Gefängnis). Einfach deshalb weil die übeltäterischen Planeten sowieso immer eine Analogie mit der nachteiligen Bedeutung dieser Häuser herstellen und zu derartigen Dingen durch ihre bloße Natur geneigt machen. Deshalb brachte Mars im Horoskop von Herzog Gaston de Foix, erhöht im siebten Haus, diesem mächtige Feinde, und Mars im Widder im achten Haus im Horoskop von Henri d'Effiat brachte jenem einen gewaltsamen Tod, wie es im einzelnen später noch beschrieben werden wird. Deshalb geben Saturn und Mars in gutem kosmischem Zustand und in glücklichen Häusern Gutes, in schlechten Häusern Schlechtes; Stehen Mars und Saturn am Aszendenten oder MC und sind sie entweder peregrin oder in schlechtem kosmischem Zustand oder stehen sie zwar stark, aber ohne Würden im ersten oder im zehnten, dann werden sie große Übel verursachen. Diese werden noch schlimmer sein, wenn sie unter Hinzufügung von schlechten Aspekten zu den Herrschern des ersten und des zehnten Hauses stehen.

Außerdem kann jeder Planet in ungünstiger kosmischer Stellung, wie z.B. im Exil, in Rückläufigkeit, in schlechtem Aspekt zu Übeltätern, ohne gute Strahlen von Wohltätern empfangend, für die ganze Welt als universeller Übeltäter betrachtet werden und folglich ebenso für jedes Individuum das zu dieser Zeit geboren ist – gleichgültig in welches Haus er entweder durch Stellung oder Herrschaft fällt – weil solch ein Zustand die Planetennatur verdirbt. Die Situation wird sogar schlimmer sein für Planeten, die von Natur aus übeltäterisch sind, weil ihre ungünstige Stellung gewöhnlich Ungnade, Katastrophe, Unehre, Verlust von Ansehen, Exil, Gefängnis, ernsthafte Krankheiten, einen gewaltsamen Tod und ähnliches Unglück hervorbringt in Zusammenhang mit den Determinationen durch Position oder Herrschaft. Zum Beispiel hat Saturn im Löwen im achten Haus des Herzog de Montmorency seinen gewaltsamen Tod in Unehre angezeigt.

Schließlich wird ein Planet in einem mittelmäßigen kosmischen Zustand, wie der Peregrinität oder in ungünstiger Konfiguration mit Wohltätern – oder günstig gestellt mit Übeltätern – in einer gemäßigten Art beim Hervorbringen von Gutem und Üblem wirken.
Aber man sollte beobachten, daß ein Planet um so mehr Gutes hervorbringt, je besser er in seiner kosmischen Stellung unterstützt ist, aber andererseits um so eher Übles verursachen wird, auf je mehr Arten er geschwächt wird. Und dies ist sowohl universell als auch im Besonderen so, denn die universelle Art des Handelns wird speziell wahrgenommen, aber bestimmt immer das Spezielle.

Im allgemeinen führt ein wohltätiger Planet in gutem kosmischen Zustand im ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften, sechsten, siebten, neunten, zehnten oder elften Haus (von denen es heisst, daß es glückliche Häuser sind, da sie wünschenswerte Dinge repräsentieren) die guten Vorteile dieses jeweiligen Hauses herbei und die Ergebnisse werden wirklich, reichlich, dauerhaft und nicht von Schwierigkeiten begleitet sein. Im zweiten Haus wird ein Wohltäter Reichtum bringen, besonders wenn seine Natur dies anzuzeigen scheint, wie z.B. bei Jupiter. Die Sonne im zehnten Haus wird öffentliche Ehren oder Berühmtheit bringen, im elften Haus Freunde unter hochgestellten Personen spenden; Venus im siebten Haus verspricht eine glückliche Heirat mit einer schönen Frau; Merkur im ersten Haus verweist auf ausgezeichnete geistige Qualitäten; Sonne, Saturn und Jupiter im vierten Haus deutet auf Reichtum der Eltern, weil jeder dieser Planeten in diesem Stellium eine Analogie zu Eltern aufweist; usw. für die anderen Häuser. Deshalb sollte man immer beachten, in welcher Weise die essentielle Planetennatur und Stellung mit den Bedeutungen der Häuser korrespondieren.
Jedoch, ein Wohltäter in einem glücklichen Haus in einem gegensätzlichen Zeichen oder durch nachteilige Aspekte getroffen, verwirklicht entweder nichts oder gewährt Dinge, denen Schwierigkeiten anhaften. Diese erreicht man dann nur durch verwerfliche Mittel oder bestenfalls in unzulänglicher, unechter Weise oder sie sind von geringem Nutzen. Ein Wohltäter in einem mittelmäßigen kosmischen Zustand gewährt mehr als wenn er in einer schlechten Stellung wäre, aber hinsichtlich Qualität, Quantität, Stabilität und Dauer wird er nur bescheidene Ergebnisse hervorbringen.
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rezensionen
Astrologie Heute: „Die Ausgabe des Chiron Verlages stellt die erste lesbare Übersetzung ins Deutsche dar und ist schon aus diesem Grunde für den heutigen Astrologen wärmstens zu empfehlen.“
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