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Titel:
Die Arabischen Punkte
Autor:
Renzo Baldini
Seiten:
253
Preis:
24,00 EUR
Das Deutungssystem der arabischen Punkte, auch Lospunkte oder Himmelslose genannt, beruht auf einer einfachen Rechnung, mit deren Hilfe man gewissermaßen im Inneren des Horoskops sensitive Punkte ermitteln kann. Entstanden ist diese Methode vor allem, um auf eindeutige Fragen zu antworten. Der Autor behandelt nicht nur den allgemein bekannten Glückspunkt, sondern stellt zudem ausführlich 80 weitere Arabische Punkte für Familie, Haus, Beruf, Gesundheit, Reise und Beziehungen vor. Sie erfahren, wie und warum man die arabischen Punkte verwendet und bekommen jeweils Hinweise zu einer psychologische Deutung. So gelangen Sie schnell zu ausgefeilteren Analyse Ihres Horoskops.
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biographie
Renzo Baldini
beschäftigt sich seit 1974 mit Astrologie, dabei vor allem mit den psychologischen und entwicklungsrelevanten Aspekten. Er ist Buchautor und seine Artikel erscheinen in den wichtigsten astrologischen Zeitschriften in Italien. Seit 1999 ist er Vertreter der CIDA für die Toskana Er lebt und arbeitet in Florenz, hält regelmäßig Einzel- und Gruppenkurse und ist auch als beratender Astrologe tätig.
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leseprobe
Lospunkt des Vaters: Aszendent + Sonne – Saturn
Elemente
Die alten Astrologen nannten diesen Punkt den „Punkt der Eltern“. Ihm wurde damit ein besonderes Gewicht zugemessen, jenseits einer Zuordnung zu dem einen oder anderen Elternteil. Dennoch hat der Gebrauch zweier im Prinzip „männlicher“ Planeten mit der Zeit dazu geführt, dass dieser Punkt überwiegend für den Vater eingesetzt wurde. Heute wird er fast ausschließlich in dieser Weise gebraucht. Es sind zwei männliche Planeten, die traditionell mit dem Begriff der Autorität, der Macht verknüpft sind, die aber auch im Fall Saturns für alte und weise Menschen stehen, die im Fall der Sonne Licht und Führung, eben das Leben symbolisieren. Insofern werden diese Planeten für den Vater angewendet: Der Vater ist offenkundig älter als seine Kinder, er hat ihnen zum Leben verholfen. Mit seinen Handlungen soll er Beispiel und Führung für seine Kinder darstellen. Saturn und Sonne – Saturn zum Aszendenten addiert, und Sonne da, wo sie sich aufhält, den Vater vertretend, sind demnach mit der väterlichen Autorität verknüpft, haben in einem erweiterten und tieferen Sinn mit dem väterlichen Prinzip, der Vaterimago, dem „archetypischen Schatten“ zu tun. Wie sonst auch bildet der Aszendent hier das Element, von dem alles ausgeht und das dem Abstand zwischen den beiden Planeten Leben einhaucht, indem er den Lospunkt gewissermaßen in Bewegung setzt.
Wie und warum man diesen Punkt verwendet
Dieser Punkt gibt nicht nur Informationen über den Vater und die Angelegenheiten, die den Vater betreffen, über die Art der Autorität, die der Vater über das Kind (den Horoskopeigner) ausübt, sondern auch darüber, wie der Horoskopeigner selbst seinen Vater sieht und erlebt. Wir machen also Gebrauch von diesem Punkt, um die Beziehung zwischen Vater und Kind zu untersuchen. Entsprechend seiner Stellung in Zeichen und Haus, entsprechend der Stellung des ihn beherrschenden Planeten erhalten wir Aufschlüsse, die uns diese Beziehung besser und genauer verstehen lassen. Steht der Vaterpunkt zum Beispiel in Schütze bzw. im 9. Haus, in Steinbock bzw. im 10. Haus, in Fische bzw. im 12. Haus, wird der Vater gern idealisiert, oder er ist weit weg oder überhaupt abwesend. Steht der Vaterpunkt in Widder bzw. im 1. Haus, Skorpion bzw. im 8. Haus, kann es sich um einen autoritären oder gewalttätigen Vater handelt, vor allem, wenn der regierende Planet Spannungsaspekte empfängt. Denkbar ist auch ein Vater, der sich als Führer oder Vorbild erweist, vielleicht auf ungewöhnliche Weise, wenn der regierende Planet harmonische Aspekte empfängt. Steht der Vaterpunkt im Stier bzw. im 2. Haus, in Krebs bzw. im 4. Haus, denken wir an einen Vater, der achtsam und präsent ist, der auch in ökonomischer Hinsicht als Unterstützung für die Familie empfunden wird. Vorsicht freilich, wenn der beherrschende Planet schlecht gestellt oder isoliert ist. Dann müssen wir mit einem schwachen Vater rechnen, der den Erwartungen seines Kindes nicht gerecht werden kann. Das Schwergewicht der Deutung lässt sich bei diesem Punkt auch an Fällen erkennen, die auf den ersten Blick seltsam anmuten. Aber hier erweist sich die Qualität des betreffenden Lospunktes. Nehmen wir etwa das Geburtsbild des Schriftstellers Hector Malot (geboren am 20. Mai 1830, 3.00 Uhr LMT, La Bouille / Frankreich, 00.55 Ö, 49.21 N). Der Vater- bzw. Elternpunkt steht bei ihm auf 12.31 Wassermann, in Konjunktion mit dem ihn regierenden Uranus, der auf 10.25 Wassermann ist. Eine gradgenaue Opposition wird zu Saturn auf 12.10 Löwe gebildet. Diese Stellung spricht für sich. Malot wurde bekannt durch sein Buch über Jungen „Ohne Familie“. Die Brauchbarkeit dieses Punktes, wie übrigens aller anderen auch, zeigt sich vor allem bei Solarhoroskopen. Hier sagt der Vaterpunkt sehr viel aus. Durch seine jeweilige Stellung und durch die Stellung des ihn regierenden Planeten gibt er zusätzliche Auskünfte im Blick auf die Angelegenheiten und Wechselfälle, die den Vater betreffen, über die jeweilige Beziehung zwischen Vater und Horoskopeigner bzw. in einem weiteren Sinn über die Beziehung zwischen dem Horoskopeigner und seinen Eltern.
Hinweise zur psychologischen Deutung
In einem etwas erweiterten Sinn können wir diesen Punkt als Anzeiger für die Beziehung betrachten, die der Horoskopeigner zu Autorität als solcher hat. Insofern drückt dieser Lospunkt die eigene Macht über Angelegenheiten aus, natürlich auch darüber, wie der Horoskopeigner seine Familie, sein Haus sieht und gestaltet. Aus psychoanalytischer Sicht können wir diesen Punkt mit der Vaterimago, aber auch mit dem persönlichen Schatten verknüpfen. Damit liefert uns der Punkt auch brauchbare Informationen über den Charakter und über eventuelle Mängel auf dem Weg der persönlichen Individuation.
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