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Titel:
Harmonics - Schlüssel zur astrologischen Aspektdeutung
Autor:
David Bolton
Seiten:
176
Preis:
28,00 EUR
Harmonics sind Unterhoroskope, die verborgene Aspektstrukturen eines Horoskops sichtbar machen. Der Autor erklärt das Zustandekommen der Aspektreihen und wie man daraus die Harmonics-Horoskope ableitet. Dann geht er ausführlich auf die Harmonics 1 bis 12 ein. Er gibt praktische Ratschläge und behandelt zahlreiche anschauliche Beispiele von Harmonic-Horoskopen sowie deren Einsatz in der Prognose und in der Synastrie. Mit der beigefügten Software können Sie alle Harmonics problemlos selbst berechnen.
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David Bolton
(1955) geboren in Baltimore, Maryland. Er lebte viele Jahre in Deutschland und befasst sich seit über 30 Jahren mit Astrologie. Hauptberuflich ist er als Konzertmusiker (Cembalo) und Sprachlehrer tätig. Gemeinsam mit Juan Manuel M. Puertas entwickelte er die Software Omnicycles.
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Harmonic 3
Distanz: 120° - Traditioneller Name: Trigon - Farbe: Blau
Das Trigon wird im allgemeinen als die „günstigste“ Aspektart überhaupt gewürdigt, und die Gründe hierfür sind leicht zu finden, denn dieser Winkel scheint in der Tat oft Begabungen, angenehme Ereignisse, ja sogar das „Glück“, wie es von den meisten verstanden wird, zu bringen. Die Planeten, die im Trigon zueinander stehen, genießen eine gewisse Leichtigkeit des Ausdrucks; sie „harmonieren“ miteinander und ermöglichen es dem Nativen, die von ihnen symbolisierten Qualitäten problemlos zu verwirklichen. Keine aus wesensmäßigen Gegensätzen auftretenden Spannungen behindern den Ausdruck, noch muss man die Hölle des Zwanghaften durchlaufen, bevor man etwas Konstruktives aus den Kräften machen kann; das Gold liegt hier auf der Straße, man muss sich lediglich bücken, um es aufzuheben. Doch wehe, man versäumt, dies zu tun! Auch ein Mensch, der einen Haufen Gold besitzt, hat keine Chancen, wenn er nicht weiß, wie er es verkaufen kann. Er hält sich womöglich für glücklich, lediglich weil er so viel hat, aber es wird der Tag kommen, an dem er erkennt, er habe nichts in seinem Leben aufgebaut, er selbst ist nichts geworden. Sein Selbstbewusstsein stützte sich immer nur auf das Gold, aber da er dieses Gold stets in der Außenwelt besaß, kümmerte er sich nicht darum, sich selbst durch ein sinnvolles Leben zu „vergolden“. Dies ist die Gefahr des Trigons. Man hat das Gefühl, alles Nötige zu haben, ja auch völlig „in Ordnung“ zu sein – und bleibt dabei jahrelang auf derselben Entwicklungsstufe stehen. Denn ein Trigon zwingt uns keine Krisen auf. Schön? Nur bedingt. Angenehm bestenfalls. Das Wort „Krise“ bedeutet an sich lediglich „Wendepunkt“. Ein Wendepunkt ist fast immer eine schwierige Zeit im Leben. Man wird aufgerufen, mit dem alten Lebensstil, womöglich auch mit veralteten, sinnlos gewordenen Verhaltensmustern zu brechen. Aber mindestens geschieht etwas! Die 2er-Reihe zwingt uns zur Entwicklung, lässt nicht zu, dass wir einfach stehen bleiben und zusehen, während das Leben an uns vorbeigeht. Nicht so das Trigon. Ihm ist es völlig egal, ob wir weitergehen, ob wir handeln. Es gibt uns schöne Geschenke, verspricht uns, wir können alles erreichen, wenn wir nur wollen. Aber wenn wir uns lieber faul hinlegen wollen, um einfach mal abzuwarten, was uns sonst für tolle Geschenke angeboten werden, wird uns das Trigon nicht wachrütteln. Doch diese scheinbare Gleichgültigkeit des Trigons ist keinesfalls bösartig gemeint, im Gegenteil: sie ist lediglich die Erscheinungsform einer ihm spezifischen Art von Weisheit. Durch die Oberfläche hindurchdringend, um zum wahren Wesen des Trigons zu gelangen, erkennen wir ein Grundprinzip, das zu den Urprinzipien überhaupt gehört, und das den Gegensatz des 2er-Prinzips darstellt: das Weibliche.
Bedauernswerterweise muss ich hier meinen Diskurs über das Männliche und Weibliche als Urprinzipien hinter den Aspektreihen 2 und 3 kurz unterbrechen, um einige Gemüter zu beruhigen, deren Reaktion beim Lesen dieser Zeilen ich auf fast hellsichtige Weise erahnen kann. Damit meine ich diejenigen, die sich sofort in eine Schablone gezwängt fühlen, sobald die Begriffe „männlich“ und „weiblich“ zur Sprache kommen. Es ist zwar nicht meine Absicht, diese esoterischen Prinzipien in all ihren tieferen Bedeutungen erklären zu wollen; dies haben schon viele andere Autoren getan, und zwar mit mehr Beredsamkeit, als ich dem Thema zu verleihen wüsste. Doch bevor die vermeintlich Verkannten dieses Buch verachtungsvoll in die Ecke werfen, möchte ich sie beruhigen. „Männlich“ und „weiblich“ werden von mir allein als Urprinzipien verstanden, die alles Lebende – ja alles, was existiert – durchdringen bzw. beleben. Sie gehören zu den „Begriffen“ die lediglich unser Unvermögen tarnen sollen, die wahren Zusammenhänge völlig zu begreifen. Es gibt viele solcher Begriffe, obwohl man sich dessen oft nicht bewusst ist. Der Begriff „Ewigkeit“ z.B. ist bestenfalls für uns ein Wort, das einen extrem langen Zeitraum bezeichnet; wir „wissen“ ja, das es ein Synonym für „Unendlichkeit“ ist, doch wir können uns in Wirklichkeit nie vorstellen, wie ein unendlich langer Zeitraum wäre. „Zufall“ liefert ein noch besseres Beispiel. An sich ist nichts „zufällig“, nichts passiert „ohne Grund“, Ursachen sind immer vorhanden. Da wir aber nur in den wenigsten Fällen diese Urgründe erkennen können, deckt das Wort „Zufall“ unsere Unwissenheit auch hier ab. Lessings Ermahnung: „Das Wort Zufall ist Gotteslästerung“ kann als Denkanstoß auch für Konfessionslose dienen. „Männlich“ und „weiblich“ gehören auch dieser Wortkategorie an, also sei hier formell erklärt: Wenn ich diese Begriffe in den folgenden Ausführungen verwende, will ich auf keinen Fall auch nur andeuten, dass Männer „so“ und Frauen „so“ zu sein haben. Jeder von uns verkörpert beide dieser Prinzipien!
Die Konjunktion, wie wir gesehen haben, stellte die Einheit dar. Alle Möglichkeiten in sich vereinend, war hier alles gleichzeitig vorhanden, und nichts wollte etwas daran ändern. Doch eines Tages „funkte“ es. Ein Impuls entstand, aus dem Ganzen auszubrechen, Abstand zu gewinnen und dieses Ganze objektiv zu betrachten, „bewusst“ zu werden. Die Opposition wurde geboren. Diesen Vorgang finden wir bei vielen Völkern auf ihre von der jeweiligen kulturellen Entwicklungsstufe bedingte Weise beschrieben. Allein die Bibel schildert den Vorgang zweimal: der Fall der Engel, des Luzifers, der nach göttlichem Wissen (= Bewusstsein) strebte, und natürlich Adam und Eva, die auch wissensdurstig wurden und am Ende doch daran glauben mussten. In beiden Fällen erfolgte die „Strafe“ rasch und ohne Gnade: Verbannung in die Polarität und in die dort vorhandene Welt der „Spannungen“ und der damit verbundenen Leiden. Hier ist zwar die ersehnte Bewusstseins-Entwicklung möglich, aber wie bitter müssen wir das oft bezahlen! Doch jetzt entspringt der Einheit wieder eine Kraft, die wie geschaffen scheint, die Schmerzen zu lindern, dem zunächst richtungslosen Impuls eine Richtung zu geben, seine rohe Energie zu veredeln, ihm doch eine Verbindung zum verlorenen Paradies offen zu halten: Das harmonisierende, „gnadenspendende“ Trigon betritt die Szene. Wer erkennt hier nicht die Analogie zum Menschlichen?
Als vereinfachte Sinnbilder: Gott (1), Mann (2), Frau (3)
Auf abstrakter Ebene: das Ganze; das Männliche; das Weibliche.
Aspekte: Konjunktion, Opposition und Trigon.
Als Farbe für das Trigon habe ich Blau gewählt. Ich möchte nicht behaupten, dass hier keine andere Wahl denkbar wäre. Da jedoch wahrscheinlich mindestens 90% der Astrologietätigen schon diese Farbe hierfür benutzen, sehe ich wenig Sinn darin, zu einer möglichen Verwirrung der Mehrheit durch den Gebrauch einer anderen Farbe beizutragen.
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