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details
Titel:
Uranus, Neptun und Pluto im Transit
Autor:
Howard Sasportas
Seiten:
456
Preis:
29,90 EUR
Einschneidende Veränderungen und Krisen in unserem Leben werden meist durch Übergänge von Uranus, Neptun oder Pluto über wichtige Punkte im Horoskop angezeigt: Sie sind Wendepunkte in unserem Leben und bewirken Wandlungen. Howard Sasportas verbindet bei der Darstellung der transsaturnischen Transite tiefenpsychologische Kenntnisse mit der langjährigen Erfahrung seiner astrologischen Praxis. Er beschränkt sich nicht darauf, mögliche Wirkungen zu veranschaulichen, sondern er beschreibt, wie wir möglichst konstruktiv mit diesen Lebenskrisen umgehen, wie wir sie als Chancen für Wachstum und Persönlichkeitsentwicklung nutzen können.
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biographie
Howard Sasportas
(1948) Studium der Humanistischen Psychologie. Er kam 1973 nach London wo er Ausbildungen in Astrologie und Psychosynthese absolvierte. 1983 gründete er gemeinsam mit Liz Greene das
Centre for Psychological Astrology
, das er bis zu seinem Tod leitete. Nach längerer Krankheit verstarb er im Jahr 1992.
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leseprobe
Gleichgültig, ob wir es dem Schicksal oder dem Wirken unseres inneren Selbst zuschreiben, die Transite von Uranus, Neptun und Pluto fordern unsere Vorstellung von unserer Ich-Identität heraus und zerrütten unser Selbstbild und Selbstgefühl, sodass wir uns ganz neu orientieren müssen. Bevor wir jedoch über bestimmte Transite dieser Planeten sprechen können, möchte ich den Begriff "Ich", wie er von mir angewendet wird, erklären und etwas darüber sagen, wie sich das Ich während unserer Kindheit entwickelt.
Das Ich wird normalerweise als jener Teil unserer Psyche definiert, der sich seiner Individualität bewusst ist. Mit anderen Worten, das Ich-Bewusstsein ist das Wissen um ein "Ichdadrinnen." Wir kommen nicht mit diesem Ich-Gefühl auf die Welt. Im Mutterleib sind wir in einem ichlosen Zustand ohne Bewusstsein für eine getrennte, selbstständige Existenz. Wir halten uns für das Ganze, das Universum.
Geboren werden bedeutet ein Körper werden, und sobald wir uns unserer Körperlichkeit bewusst werden, nehmen wir unsere Grenzen wahr. Wir erkennen, dass unser Körper irgendwo aufhört und der andere Körper irgendwo beginnt. Dies nennt man das "Körper-Ich". Mit der Zeit entwickelt sich ein mentales Ich, das Bewusstsein, dass wir einen eigenen Geist und eigene Gefühle besitzen. Obwohl andere unsere Gedanken und Gefühle teilen können, so ist doch das, was wir denken und fühlen, nicht dasselbe, was die übrige Welt denkt und fühlt. Ist dieses Ich-Bewusstsein mit der Wahrnehmung eines separaten Ich mit seinem Körper, Gedanken und Gefühlen einmal hergestellt, dann weitet es sich aus, um sich immer mehr Eigenschaften anzueignen.
Wir fangen an, uns selbst für gut aussehend, klug und liebenswürdig oder aber für dumm, unnütz und unzulänglich zu halten. Wir haben viele verschiedene Antriebe und Ziele, von denen wir die einen annehmen und im Bewusstsein zulassen können und die anderen nicht, weil wir Angst haben, unsere Umgebung würde sie nicht dulden. Wir beginnen unser Leben mit einem Ganzheitsgefühl und reduzieren das globale Bewusstsein allmählich so weit, dass wir nur noch aus bestimmten Charaktereigenschaften und Qualitäten bestehen, während andere Eigenschaften ausgeschlossen werden. Unser Ich ist eine Teilausgabe unseres Selbst, die aus solchen Persönlichkeitsanteilen besteht, die wir gewillt sind zu akzeptieren.
Unser Ich-Bewusstsein wirkt wie eine Grenze: Alles, was sich innerhalb dieser Grenze befindet, gehört zu uns, alles, was außerhalb ist, ist das "Nicht-Ich". Die offensichtlichste Grenzlinie ist unsere Haut. Was innerhalb dieser Grenze liegt, bin ich, alles außerhalb meiner Haut bin nicht ich. Zwar können Dinge außerhalb der Begrenzung zu mir gehören - mein Auto, meine Familie, mein Haus, meine Arbeit -, aber sie sind nicht ich:
Die Hautgrenze ist jedoch nicht die einzige Trennungslinie, die wir anerkennen. Wir ziehen auch Grenzen innerhalb unserer eigenen Haut. Wir sind bereit, manche Teile als zu uns gehörend anzunehmen, lassen aber andere Teile draußen. Vielleicht akzeptieren wir den Teil, der liebenswürdig und gütig ist, während wir den grausamen und zerstörerischen Teil verleugnen. Einige von uns tun gerade das Gegenteil: Sie identifizieren sich mit ihrer Kälte und Strenge und verleugnen ihre weichere, sensiblere Seite. Selbst innerhalb der Grenzen unserer Haut schaffen wir weitere Grenzen, Trennungen zwischen dem, was wir als unser Eigen ansehen, und dem, was uns nicht gehört. Jungianer nennen dies die Ich/Schatten-Grenze oder die Grenze zwischen dem, was uns über uns selbst bewusst, und dem, was uns nicht bewusst ist - die Grenze zwischen dem, was wir anderen zeigen, und dem, was wir verborgen halten.
In der Astrologie steht der Planet Saturn als Symbol für Grenzen, also auch für die Haut, die uns vom "anderen" trennt. Im positiven Sinne hilft uns Saturn, unsere Grenzen klar zu definieren, uns zu festigen und unsere Energien innerhalb bestimmter Formen und Strukturen auf ein Ziel zu konzentrieren. Durch Saturn lernen wir Disziplin und Verpflichtung. Saturn zieht auch die Grenze zwischen den Teilen unserer Persönlichkeit, die wir bereit sind zuzulassen, und jenen Teilen, denen wir den Zutritt zu unserer Wahrnehmung verwehren. In diesem Sinne symbolisiert Saturn den Drang des Ich, eine Struktur zu finden, eine Art Abwehrsystem mit einer inneren Dynamik, die dem Aufbau der eigenen Identität und der Stabilisierung des Status quo dieser eingeschränkten Identität dient. Mit dieser Eigenschaft kann sich Saturn negativ auswirken, wenn er Neues nicht hereinlässt, sondern uns zwingt, unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten stur und inflexibel zu verteidigen.
Jeder, der mit militärischen Strategien vertraut ist, weiß, dass Grenzgebiete potenzielle Fronten sind. Grenzen sind dort, wo Kriege geführt werden. Sobald wir Grenzen schaffen - sei es zwischen uns und anderen oder zwischen den Teilen unserer Persönlichkeit, die wir als unsere anerkennen und ausdrücken, und jenen Teilen, die wir in uns verleugnen -, schaffen wir auch die Voraussetzungen für Krieg und Konflikt zwischen den Parteien auf beiden Seiten der Grenze.
Uranus, Neptun und Pluto sind Feinde von Grenzen und in diesem Sinne "Gegner" von Saturn. Wenn diese Planeten Transite bilden, bedrohen sie unsere Ich-Identität, weil ihre Kräfte die Grenzen, die das Ich aufgebaut hat, zerstören. Sie untergraben die Grenzen zwischen uns und anderen und machen uns immer wieder bewusst, dass wir mit dem Ganzen verbunden sind und mit allem Leben eine Einheit bilden (hierin ist Neptun besonders geschickt). Wichtiger noch, sie zerstören die Grenze, die wir innerlich errichtet haben zwischen den bewussten und den unbewussten, verdrängten Anteilen, sodass wir gezwungen werden, jene Aspekte unserer Psyche wahrzunehmen, die wir bisher aus unserem Bewusstsein verbannt hatten. Saturn wird um die Erhaltung des Bestehenden und gegen Veränderungen ankämpfen, aber er wird den Kampf verlieren. Ob wir selbst zu Veränderungen bereit sind oder ob wir zu Veränderungen gezwungen werden - Transite von Uranus, Neptun und Pluto stellen unsere alten Gewohnheiten infrage und nötigen uns, die Grenzlinien unserer Identität neu zu zeichnen.
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