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Titel:
Das Fundament der Astrologie
Autor:
Sue Ward
Seiten:
143
Preis:
19,90 EUR
Nirgends lassen sich die Grundprinzipien der Astrologie besser erkennen als in den ersten Kapiteln der Schöpfungsgeschichte. Bei näherer Betrachtung kann man feststellen, dass sich die klassische Zuordnung der Zeichenherrscher und der Temperamente direkt aus der Genesis ableiten lässt. Mit der Entdeckung der äußeren Planeten erhob sich die Frage, wie diese zu deuten seien und wie sie in das bestehende System eingefügt werden sollten. Dem geht Sue Ward nach und kommt zu dem Schluss: Astrologie ist und bleibt eine universelle Wissenschaft.
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Sue Ward
arbeitet seit über 25 Jahren als klassische Astrologin in der Tradition von William Lilly. Seit 1993 ist sie Herasugeberin des Traditional Horary Course, eines Fernkurses für klassische Astrologie.
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Astrologie als Spiegelbild des Lebens
Das astrologische Lehrgebäude ist ein Spiegelbild des Lebens auf der Erde und umgekehrt. Es ist eine Nachbildung der Schöpfung, aber durch seine Entsprechungen haben wir ein Mittel, um die Evolution der Schöpfung, sprich den göttlichen Willen, zu deuten. Die Planeten sagen uns, was geschehen wird, die Tierkreiszeichen sagen uns, wann es sich ereignen wird, und die astrologischen Häuser sagen uns, wo es sich zutragen wird. Dies habe ich in der Zukunft formuliert, es könnte jedoch ebenso in der Gegenwart oder in der Vergangenheit sein. Jedoch sagt uns die Genesis, dass „die Lichter an der Ausdehnung des Himmels ... Zeichen seien“, und so mögen wir fragen, was für Zeichen gemeint sind. Bleiben wir in der biblischen Terminologie, so könnten wir sie als Zeichen des göttlichen Willens betrachten. Wir könnten aber auch eine andere Formulierung vorziehen, und in diesem Sinne schauen wir auf ein Bild der Schöpfung und ihres Schöpfers.
Abbildung 4 zeigt eine Darstellung der Schöpfung, sie enthält alles. Das darin beschriebene System hängt vollkommen von der Sonne ab. Dies ist astrologisch real, so wie es stofflich real ist – wie oben, so unten. Die Sonne verkörpert den Schöpfer, sie korrespondiert mit dem Schöpfer. Indem sie in sich einen Mikrokosmos darstellt, ist sie zugleich eine Widerspiegelung des Makrokosmos.
Um das Leben bestehen zu können, müssen wir eine ausgeglichene Kombination der einzelnen Teile der Schöpfung finden. Jeder Mensch hat seine ureigene Kombination, die im Horoskop zum Ausdruck kommt. Nur wenige sind mit einer ganz und gar ausgeglichenen Kombination gesegnet, denn die meisten haben ein Ungleichgewicht: Unmäßigkeit, Unfruchtbarkeit, Unproduktivität.
Die Astrologie macht es uns zur Aufgabe, das Gleichgewicht herzustellen und Maß zu halten. Und sobald wir dies erreicht haben, können wir Herren der Sterne sein oder, wie manchmal gesagt wird, „die Sterne bezwingen“. In jedem von uns ist die Sonne. Wir können in unserem Horoskop sehen, dass wir ebenfalls durch die Entsprechungen Licht und Leben zuteil werden lassen können und somit auch Teil des schöpferischen Impulses sind. Wie oben, so unten. Es gibt verschiedene Zugänge zur Schöpfungsgeschichte, aber so wie wir es lesen, lesen wir in ihr die Astrologie.
Nachdem wir eine sehr frühe Erklärung für die Schöpfung unseres Universums betrachtet und darin ein exaktes Abbild der Astrologie gefunden haben, wie wir sie heute kennen, können wir sagen, dass Gott nicht nur den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, sondern auch die Astrologie. Diese hat wiederum Entsprechungen zur Natur, so wie sie jeder von uns auch hat. Und indem wir jene erkennen, wird die Anwendung astrologischer Techniken sehr viel erhellender. Die hermetische Regel des „Wie oben, so unten – Wie unten, so oben“ bringt die Astrologie und ihre Wurzeln exakt zum Ausdruck. Indem wir über dieses Prinzip nachsinnen, können wir unser Verständnis von dem verbessern, was wir tun, wie wir es tun und vor allem, warum wir es tun. Sobald wir dies erreicht haben, können wir Fragestellungen entwerfen, die für die moderne Wissenschaft annehmbar sind, um die „Astrologie“ zu beweisen. Allerdings nur, wenn die Wissenschaft beweisen kann, dass sie selbst die Quelle alles materiellen und spirituellen Wissens und der Wahrheit ist, denn warum sollte die Astrologie sonst einer solchen analytischen Zerlegung unterworfen werden? In den Händen von Ignoranten kann das Ergebnis nur eine noch größere Ignoranz sein.
Falls es einen kreativen Impuls gibt, an dem die Menschheit Anteil hat, dann müsste dies selbst in den alltäglichsten Ereignissen offensichtlich sein, und hierfür kann das Stundenhoroskop ein sehr gutes Beispiel abgeben. Es wurde schon oft die Frage aufgeworfen, wie solch ein Horoskop, das keine direkte Verbindung zum Fragesteller hat, überhaupt eine angemessene Information liefern kann, die ganz speziell mit diesem Fragenden zu tun hat. Wir können dazu Theorien und Hypothesen aufstellen, aber dies lässt sich zweifellos mit keiner intellektuellen Logik in Übereinstimmung bringen. Es gibt eine astrologische Folgerichtigkeit, die sich auf das Radixhoroskop bezieht. Auf einen bestimmten Tag und Zeitpunkt und für einen bestimmten Ort berechnet, bezieht sich das Horoskop zwangsläufig auf jeden und alles, was an diesem Datum und an diesem Ort geboren oder entstanden ist. Obwohl es viel seltener vorkommt, als man annimmt, gibt es eindeutige Ähnlichkeiten zwischen zwei Säuglingen – seien es echte Zwillinge oder astrologische. Unterschiede treten durch die genetische Abstammung auf, weil sie unterschiedliche Eltern haben, was man auch im Geburtshoroskop erkennen kann. Das Stundenhoroskop wird dagegen auf einen willkürlich gewählten Augenblick erstellt, dazu noch auf den Aufenthaltsort des Astrologen, was wenig oder gar keine Verbindung mit dem Fragenden bedeutet.
Folgen wir der oben gegebenen Erklärung, wie die Astrologie als Ganzes funktioniert, können wir nun ihren Mikrokosmos erklären: Die Stundenastrologie – ein Augenblick des Lebens. Hierbei ist die Rolle des Astrologen von zentraler Bedeutung, denn er erleichtert den schöpferischen Prozess. Wir sollten berücksichtigen, dass sich der Fragesteller zwar dieses kreativen Prozesses nicht bewusst sein dürfte. Er richtet aber seine ganze Aufmerksamkeit darauf, dass seine Frage oder sein Problem als Fragehoroskop gestellt wird. Dieser erste Anstoß erfordert weiteres Handeln, denn der Fragesteller muss einen kompetenten Stundenastrologen ausfindig machen und auf diesen zugehen. Diese Mühe wird in der Regel auch von finanziellen Ausgaben begleitet, das heißt, wir können dies als den aktiven Beitrag des Fragestellers zur Lösung der Frage begreifen. Der Fragende nimmt an der Handlung teil und stellt die Verbindung zum Astrologen her.
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