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Titel:
Astro-Medizin in psychosomatischer Sicht
Autor:
Bernd A. Mertz
Seiten:
232
Preis:
24,90 EUR
Die Verbindung von Astrologie und Medizin hat eine lange Tradition. Der Autor arbeitet zunächst die Grundlagen der Astro-Medizin heraus. Dadurch wird klar, wie die Zusammenhänge zwischen Tierkreiszeichen und Körperregionen entstanden sind. Dann belegt er auf überzeugende Weise, dass die Planeten in erster Linie im psychosomatischen Sinn gesehen werden müssen, damit es möglich ist, Krankheitsursache und Verlauf vom Psychologischen her zu erkennen. Nur so können die unbewussten Heilkräfte, die in jedem Menschen schlummern, eingesetzt werden, um eine Krankheit auch von der Seele her zu heilen. Weitere Themen: Häuser, Lebensphasen und astromedizinische Prognose.
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biographie
Bernd A. Mertz
(1924 - 1996). Regisseur und Drehbuchautor. Beschäftigte sich seit über 40 Jahren mit Astrologie und war durch einige Erfolgsbücher der Wegbereiter für eine große Popularität der Astrologie. Er gilt heute als einer der führenden Vertreter der modernen Astrologie. In über 50 Büchern und zahlreichen Artikeln befaßte er sich mit den unterschiedlichsten Themen der Astrologie.
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Fragen zum ersten und zwölften Haus
Immer wieder werden Astrologen gefragt: Wieso ist das zwölfte Haus das Ende, das erste Haus der Neuanfang? Das zwölfte Haus liegt doch über dem Horizont, das erste Haus unter dem Horizont! Und besonders im Hinblick auf die Planeten im Tageslauf wäre dies seltsam, denn die Planeten gehen mit dem Aszendent auf, steigen zur Himmelsmitte, um dann absteigend beim Deszendent unterzugehen. So stehen also die Planeten im 12. Haus im Tageslicht, im Schein der Sonne, während sie im ersten Haus noch im Dunkeln stehen! Das heißt doch: Die Planeten werden am Aszendent für uns geboren, das erste Tageshaus ist für sie das zwölfte Haus, aber wir bezeichnen dieses Haus als Haus der Isolation! Das sind nun Fragen, die verwirren können, die eine Antwort erfordern, zumal sich wohl jeder ernsthaft arbeitende Astrologe mit diesen Problemen intensiv herumgeschlagen hat.
Gerade im psychosomatischen Sinn erscheint dies wichtig, zumal wir ja gesehen haben, wie sehr das zwölfte Haus mit dem ersten als Nacht- und Taghaus des Aszendent zusammenhängen; ferner gehört das erste wie das zwölfte Haus zu den vier Häusern, auf die sich die Astro-Mediziner zunächst konzentrieren sollten. Viele Astrologen haben diesen Konflikt auf verschiedene Art zu lösen versucht, der ja daher kommt, weil sich die Tagesbewegung der Planeten im Uhrzeigersinn vollzieht, während die Zeichen- und Häuserzählung entgegen der Uhrzeigerrichtung vorgenommen wird. Hier muss aber betont werden, dass sich die Planeten in den Zeichen in Uhrzeigerrichtung bewegen, also im Grunde punkto Tagesbewegung auch die Zeichen im Uhrzeigersinn. Wie ist das zu klären?
Die Häuser andersherum zählen, wie es häufig versucht wurde?
So wurde das zwölfte Haus das erste, das elfte Haus das zweite, das zehnte Haus das dritte usf. In der Literatur findet man dafür verschiedene Begründungen. Zwölftes Haus gleich erstes Haus die Geburt. Elftes Haus gleich zweites Haus die soziale Grundlage. Drittes Haus gleich zehntes Haus die berufliche Grundausrichtung. Neuntes Haus gleich viertes Haus Wahl des Lebenszieles in idealistischer Richtung. Achtes Haus gleich fünftes Haus die kreative Beschäftigung mit dem Dunklen, die im siebenten Haus gleich sechstes Haus die Kraft für das Du gibt.
Das sechste Haus gleich siebentes Haus heißt die Mühe der Gemeinsamkeit zu tragen, das fünfte Haus gleich achtes Haus heißt sich der Nachfolge kreativ zuzuwenden. Das vierte Haus gleich neuntes Haus heißt das Alter als Lebensziel anzuvisieren. Das zehnte Haus gleich drittes Haus bringt dann das reale Lebensziel im Umgang mit der Umgebung, den anderen, das zweite Haus gleich elftes Haus zeigt das Materielle am Ende, während das zwölfte Haus gleich erstes Haus dann die persönliche Bilanz erbringt.
So – aber natürlich auch anders – wurden die Erläuterungen zu diesen Überlegungen in der Astrologie gegeben, besonders in den umgekehrten Häusern von zwölf bis sieben scheint manches sogar recht logisch zu sein. (siehe «Lebens- und Entwicklungsphasen» S. 187).
Aber geht dies?
Der Tierkreis entwickelt sich nun einmal im Sonnenjahr gemessen von Ost nach West, und da alles in der Astrologie dem Himmel und der Erde abgesehen wurde, Süden also oben ist, müssen sich – gehen wir vom wichtigsten Stand der Sonne, ihrem Höchststand aus – auch die Tierkreiszeichen gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Auch die Häuser, denn sie entsprechen im inneren Horoskop dem himmlischen Vorbild. Anders, wie gesagt, der Tageslauf.
Aber die Entwicklung der inneren Interessen, auf das Leben bezogen, haben ja mit dem Tageslauf im Grunde wenig zu tun, das ist einleuchtend. Bleibt das Problem des zwölften und ersten Hauses. Auch hier hilft uns wieder die Beobachtung des Lebens in der Natur. Alles wächst in der Natur aus dem Dunklen heraus, es ist im Grunde längst geboren, wenn es das Licht der Welt erblickt, dann lebt es schon. Der Baum oder – bis auf Ausnahmen – alle Pflanzen haben ihre echte Kraft im Dunklen; auch das Kind lebt schon im Leib der Mutter. Geboren, lebt es auch im Dunklen, schöpft erst einmal aus einer dunklen, geistig unklaren Kraft. Im Dunklen liegen alle unsere Wurzeln, auch die, die uns psychosomatisch interessieren. Wir entwickeln uns alle aus dem Dunklen dem Licht zu. Aus der uns angeborenen Sicherheitssehnsucht leben wir schließlich mit dem Risiko unseres Lebenseinsatzes, mit der Bereitschaft zur Aufgabe und Opferung.
Aus dem unbewussten Kontaktbedürfnis streben wir zur Horizonterweiterung, aus der Familie wenden wir uns unter Einsatz unserer Sehnsucht unserem Lebensziel zu. Aus dem animalischen Triebbedürfnis und seiner Befriedigung wenden wir uns schließlich unserer sozialen und gesellschaftlichen Verpflichtung zu, und aus der unbewussten Kraft unserer Gesundheitsveranlagung leben wir unserer be wussten Gesundheitslage zu. Aus der Tiefe des Unbewussten steigen wir – wenn möglich – in die Höhe des Bewusstseins, ohne unsere unbewussten, seelischen Wurzeln je ablegen zu können, denn das wäre das Ende. Jeder, der naturverbunden lebt, weiß, dass die Pflanzen, solange sie unter der Erde sind, zwar auch die Tagwärme benötigen und nach dem Sonnenlicht streben, aber erst einmal im Dunkeln die Kraft aufspeichern, die den Durchbruch erlaubt, die dann die Zähigkeit für den Kampf um das Überleben benötigt. Innen bin ich zwar geschützt, die Mutter Erde, die große Mutter schützt mich, aber die zeugende Sonne, der Vater, zwingt uns ans Leben. Daher ist es auch richtig, wenn wir uns im zwölften Haus sozusagen auf den Neuanfang konzentrieren. Ja, anders gesagt, vor jeder Geburt gibt es den Zwang zur Isolation, das Zurückziehen auf sich. Jeder schöpferisch Tätige weiß dies, jeder Sportler weiß, dass er seine Kraft sammeln muss, dass er sich nach innen konzentrieren muss. Man beobachte nur einmal, wie sich ein Spitzensportler in der Masse eines überfüllten Stadions in sich zurückzieht, er begibt sich vor dem Start in sein zwölftes Haus. Wer diese Situation nicht kennt, wird nie gut starten.
So ist also die Folge der Häuserbewegung richtig. Die Geburt erfolgt unter dem Horizont, und dies läuft in vielen Etappen ab. Man denke nur daran, wie lange die Menschen sich mit sich auseinandersetzen müssen, ehe sie reif sind, sich anderen zuzuwenden. Die wahre Geburt liegt darin, wenn ich mich zu jemandem bekenne, egal in welcher Form. Das sind ja nicht nur Kinder, das sind Schöpfungen, Gedanken, Entwicklungsanstöße. Nein, die Häusereinteilung und Richtung ist richtig, wie eine echte Richtung stets richtig ist, – diese Wortverwandtschaft kommt ja nicht von ungefähr.
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