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details
 
  Titel: Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Autor:

Erin Sullivan

Seiten:

328

Preis:

28,00 EUR


In der Mitte des Lebens begegnen wir tiefgreifenden Veränderungen in unserer Psyche. Man spricht auch davon, dass wir in dieser Zeit zu unserem bislang nicht gelebten Leben wechseln. In diesem Buch analysiert die Autorin tiefschürfend die Herausforderungen, die uns in der Lebensmitte begegnen. Allerdings sieht sie darin nicht in erster Linie den beginnenden körperlichen Niedergang. Vielmehr erleben wir in diesem Lebensabschnitt die Metamorphose zur vollen Reife. In diesem Buch erfahren Sie, welche Planetenzyklen zu welchem Zeitpunkt in der zweiten Lebenshälfte eine bestimmende Rolle einnehmen. Vor allem aber zeigt die Autorin Ihnen, wie Sie Ihr Leben gerade nach dem Übergang noch bewusster gestalten können, um ganz bei sich selbst anzukommen.
 
 
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Biographie
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biographie
Erin Sullivan arbeitet seit 1972 als beratende Astrologin und unterrichtet in Kanada, USA und Großbritannien. Sie lebt in London und in Arizona. Sie ist Dozentin am „Center for Psychological Astrology“ in London. Herausgeberin einer astrologischen Reihe bei Penguin Books. Zahlreiche Artikel in allen führenden Astrologiezeitschriften. Zur Zeit nicht lieferbarer Titel "Saturn im Transit" (1992).
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leseprobe
Die Übergangszeit in die zweite Lebenshälfte

Der Beginn der Lebensmitte, gekennzeichnet durch den halben Uranus-Zyklus, sagt selbst schon eine Menge darüber aus, was für Erfahrungen ein Individuum bei seiner «Übergangsepisode» machen wird.

Man könnte Tage damit verbringen, das Horoskop eines Klienten oder einer Klientin im mittleren Alter zu interpretieren, und zwar einfach durch das Heranziehen des Uranustransits, der hemisphärischen Erfahrung und der Umkehrung des planetaren Transitmusters, welche zu diesem Zeitpunkt in seinem oder ihrem Leben stattfindet. In den nächsten Kapiteln werde ich die Inversion von Transitmustern bei der Uranus-Opposition untersuchen.

Bei den Transiten bedeutet dies Zeit + Raum (Entfernung ) = Erfahrung, denn jeder Planet hat seine eigenen Zeitzyklen. Zum Beispiel benötigt Uranus sieben Jahre, um ein Zeichen, also 30°, zu durchlaufen, aber diese sieben Jahre werden durch den Raum (die Entfernung) bedingt, den er in einem Geburtshoroskop abdeckt. Wenn Uranus also beispielsweise das Zeichen Wassermann durchläuft und das Horoskop den Aszendenten bei 12° Wassermann aufweist, dann wird Uranus in diesem Horoskop einen Teil seiner sieben Wassermann-Jahre damit verbringen, durch das 12. Haus zu laufen, und den Rest seiner sieben Jahre im 1. Haus verweilen. Weg und Zeit sind für den Planetenzyklus gleich, aber der Raum ist wegen der Personalisierung des Horoskops anders.


Das bedeutet, dass es für ein Haus in einem Horoskop möglich ist, 60° oder sogar nur 12° zu umfassen – das hängt vom Breitengrad des Geburtsortes ab. Die Erfahrung von Zeit und Raum ist daher in jedem Horoskop einzigartig. Der Raum ist in diesem Beispiel die Häuser oder die «Felder der individuellen Erfahrung», wie Dane Rudhyar die zwölf Häuser des Horoskops nennt.

Der Radixuranus, sein Zeichen und seine Platzierung durch Hemisphäre, Quadrant und Haus sagen uns, was für die Entwicklung eines Individuums beim Übergang in die zweite Lebenshälfte so wichtig ist – das englische Wort de-velop-ment bedeutet wörtlich «Akt des Öffnens» oder «Entfaltens», ähnlich dem Öffnen der Schutzhülle des äußeren Lebens eines Menschen, damit es die darin enthaltene Botschaft entdecken kann. Der wahre Kern der Individualität liegt im Symbol von Uranus. Durch seine Geburtsstellung und seine Beziehung zu anderen Planeten durch Aspektierung wissen wir sogar noch mehr darüber, was nun eigentlich den Unterschied zwischen einem Individuum und einem anderen ausmacht.

Wir verstehen auch noch besser, was es nun eigentlich ist, was da in der Psyche eines Individuums abläuft, was ständige Entwicklung und eine Revolution in regelmäßigen Abständen fordert.

Uranus hat die Eigenschaften von Stämmen, die er mit dem Planeten Jupiter teilt. Der grundlegende Unterschied zwischen dem Tribalismus von Jupiter und dem Tribalismus von Uranus ist, dass Jupiters Thema versteckte Glaubenssätze, Ethik und Moral sind, die kulturspezifisch und abhängig von der jeweiligen Epoche sind. Bei Uranus geht es ebenfalls um Glauben, Ethik und soziale Sitten, aber auf einer universelleren Ebene. Ein Beispiel: Jupiter könnte sich auf die ethnischen Ursprünge oder auf die Verbindungen zu den Vorfahren eines Individuums beziehen, die direkt mit dem persönlichen Bereich und sogar mit dem familiären Bereich in Zusammenhang stehen; Uranus hingegen zeigt eine größere Beziehung – die Beziehung, die ein Individuum zu den Hoffnungen und Wünschen seiner Generation hat. Die kollektive Ideologie und das kollektive Mandat, die in jeder Uranus-Generation, die sieben Jahrgänge umfasst, kodiert sind.

Da Uranus der moderne Herrscher des Zeichens Wassermann und Wassermann das natürliche Herrscherzeichen des 11. Hauses ist, befinden sich alle Verzweigungen dieser Symbole im Geburtsuranus. Es ist das Luftelement, das sämtlichen uranischen Merkmalen zugrunde liegt, ein verbindendes Element, das die Erfahrung von Gruppen, Organisationen und Kollektiven betrifft, die eine gesellschaftliche Grundlage haben. Uranus ist der Planet, der eine distanzierte, objektive und unpersönliche Sichtweise auf die uns umgebende Welt erzeugt – er ist die «himmlische» Perspektive. Außerdem geht es bei Uranus darum, Mittel und Wege zu finden, um andere auf neue Wege des Denkens und Handelns zu führen – daher seine «revolutionäre» Note und sein prometheischer Drang, weit über die akzeptierten Denkweisen hinaus zu gelangen und innovative Konzepte einzuführen.

Uranus wird als «transpersonaler» Planet bezeichnet, aber in Wirklichkeit ist er ein außerordentlich persönlicher Planet, da die Planetenanordnung – das gesamte Muster von psychischen Inhalten eines Individuums – im Geburtshoroskop durch den Planeten Uranus geformt werden muss, um eine einzigartige, komplexe Persönlichkeit zu finden. So beginnt die ernsthafte Arbeit der Individuation.

Wenn wir zum Beispiel einer bestimmten Rasse und Gruppe (Jupiter) angehören und den Gesetzen und Normen dieser Gruppe verpflichtet sind (Saturn), wo kann sich dann unsere Individualität in direkter Beziehung zu diesem wichtigen «Erbe» ausdrücken? Wie die Geschichte zeigt, fanden voruranische Gesellschaften keine Brücke zwischen Kultur und persönlicher Wahl. Natürlich gab es auch in diesen Gesellschaften Individuen, die – ungeachtet der saturnischen Grenzen ihrer Epoche, Gesellschaft und Familie – prometheische Akte durchführten und Türen zur Zukunft öffneten. Aber Menschen, die die Grenzen von Epoche, Kultur und Gesellschaft überschreiten, bilden immer die Ausnahme von der Regel. Aber diese uranischen Menschen existierten bereits – wie Uranus auch –, lange bevor Uranus entdeckt wurde.

Daher existierten die Uranus-Prinzipien – Innovation, Freiheit des Denkens, revolutionäres Handeln und revolutionäre Ideen, Forschungen über die bekannten Grenzen hinaus, Ketzerei und so weiter – eindeutig vor der Entdeckung des Planeten Uranus und wurden deshalb nach seiner Entdeckung zu globalen Möglichkeiten. Schließlich werden originelle und innovative Ideen vollständig in die kollektive Psyche integriert, aber normalerweise nicht, bis irgendeine Form von Revolution stattfindet. Heute haben alle Menschen eine uranische Option, um aus den Paradigmen auszubrechen, die ihre Welten kleiner machen, und um eine Wahl nach ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Entdeckungen zu treffen.

Wenn wir am rebellischsten und hartnäckigsten auf unserer Einzigartigkeit und Individualität beharren, dann ist es paradoxerweise die direkte Spiegelung, durch die wir zwischen «mir» und «allen anderen», die unsere Welt und Gesellschaft bevölkern, unterscheiden können. Das ist die Bedeutung von Uranus. Nur aufgrund des in der Uranuskraft vorhandenen Paradoxons können wir sagen, dass wir «anders als» was auch immer sind, aber auch nur, weil wir «Teil» desselben was auch immer sind. Jemand, der sich außerhalb des gesellschaftlichen Gesetzes fühlt (oder sich tatsächlich befindet), ist es nur in Bezug auf diese Gesetze.

Das ist zum Teil auch der Grund, warum Radikale oder Neuerer es schwer haben – ihr Festhalten an der Rolle des Außenseiters oder Häretikers wird nur durch die Sache definiert, gegen die sie radikal oder häretisch vorgehen. Wie ärgerlich für sie! Das Problem des Radikalen oder Häretikers ist die Zeit, wenn sein oder ihr prometheisches Opfer zum Status quo wird und seine oder ihre Rebellion redundant wird.

Man muss nicht radikal oder genial sein, um sich als Außenseiter oder Außenseiterin zu fühlen. Der Mensch ist so beschaffen, dass wir uns alle außerhalb des Bereiches der anderen befinden. Erinnern Sie sich an den Mythos von der Kastration, durch die Ouranos für immer von Gaia getrennt war? Das Bild ist der Archetyp des Außenseiters und Beobachters.

Ouranos/Uranus ist nicht in persönliche, emotionale oder irdische Entscheidungen verwickelt. Es ist nicht sein Thema, «derselbe zu bleiben» oder am Status quo festzuhalten. Er befindet sich über all dem – jenseits der düsteren, dunstigen Aufgaben der Erde und daher nicht im Bereich der von Menschen gemachten Gesetze, Regeln, Dogmen, religiösen Organisationen oder allgemeinen Zustimmung.

All dies ist Aufgabe anderer Planeten und hat mit Uranus nichts zu tun, der, wie schon seit jeher, auch weiterhin in seiner Sichtweise auf die irdischen Aktivitäten überlegen bleibt. Uranus denkt elitär. Er ist ein Planet, der einen zu der Annahme verleitet, im Vergleich zu allen anderen superinteressant und einzigartig zu sein. Diese elitäre Hülle, in die Uranus sich selbst hüllt, kann wirklich einem Ideal entsprechen oder aber rücksichtslos und selbstzerstörerisch sein und außerhalb des tatsächlich Möglichen liegen.

Wir alle kennen Menschen, die höchstwahrscheinlich Genies sind. Aber ein intellektueller Genius (das lateinische Wort für «Geist» oder «führender Geist») ist nicht in sich selbst auf eine weltliche, alltägliche Art und Weise hilfreich. Oft haben Menschen mit einem intellektuellen Genius keinen sozialen Genius. Daher sind uranische Menschen Nonkonformisten – sogar ziemlich verrückte – oder ein bisschen autistisch und gesellschaftliche Chaoten. Sicherlich ist Uranus unsere eigene persönliche Exzentrizität, daher unsere Haltung des «Weg-vom-Zentrum». Dies mindert nicht den Beitrag einer verrückten Person zu Innovation oder Fortschritt, aber oft haben diese Menschen keine emotionalen, sozialen oder beziehungsorientierten Kompetenzen. Dies erlaubt uns außerdem, unser eigenes Anderssein-im-Vergleich zu akzeptieren – etwas, was für jemanden über 40 noch viel erfreulicher ist!
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