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details
 
  Titel: Jenseits von Saturn

Autor:

Liz Greene

Seiten:

297

Preis:

29,90 EUR


Die äußeren Planeten Uranus, Neptun und Pluto repräsentieren im Horoskop die unbewussten psychischen An­teile, die uns als Masse motivieren, in eine ähnliche Richtung zu gehen wie unsere Zeitgenossen bzw. die Genera­tion. Beispielhaft verdeutlicht Liz Greene die Wirkung auf das kollektive Unbewusste an Horoskopen einflussreicher Men­schen, die stellvertretend den Zeitgeist bzw. den Einfluss der äußeren Planeten exemplifizieren. Im vorliegenden Werk finden wir überzeugende Hinweise darauf, dass die Astrologie ein sehr präzises und nützli­ches Instrumentarium zur Untersu­chung und zum Verständnis der verbor­genen Motivationen anbietet, die die Menschheit leiten.
 
 
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Liz Greene (1947) ist promovierte Psychologin und Jungsche Analytikerin. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Astrologin und gibt Seminare in ganz Europa. Beim Astrodienst Zürich wirkte sie an der Entwicklung von vier Textanalysen mit. In London gründete sie das „Center for Psychological Astrology“, das sie leitet. Neben zahlreichen Fachartikeln hat sie 22 Bücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Ihre bekanntesten Titel sind Sage mir Dein Sternzeichen und ich sage Dir, wie du liebst (1980), Saturn (1981), Jenseits von Saturn (1984), Neptun - die Sehnsucht nach Erlösung (2. Auflage 2003), Abwehr und Abgrenzung (1998) und Uranus im Horoskop (1999).
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leseprobe

Chirons Entdeckung und der Beginn der Alternativmedizin

Am auffälligsten ist für mich, dass sich die Einstellung zum Körper vollkommen verändert. Das könnte aber auch nur eine intuitive Vermutung oder schlichtweg meine subjektive Fantasie sein. Vielleicht ist der Name Chiron letztlich genauso passend wie Uranus, Neptun und Pluto, weil Chiron im Mythos vorwiegend ein Heiler ist. Er ist ein Gott, Zeus´ Bruder, und Lehrer, Weiser, Arzt oder Heiler. Chiron weiß alles über die Geheimnisse der Natur: Er stellt Heiltrünke her, arbeitet mit Heilkräutern, Alchemie und lehrt die Menschen die Weisheit der Erde. Er ist eine erdhafte Gottheit und besitzt die besondere Gabe, den Körper zu heilen.

Das erscheint mir wichtig, weil sich gerade etwas sehr Interessantes im Bereich der Medizin tut. Natürlich hat es diese „Randerscheinung“ Alternativmedizin schon sehr lange gegeben, aber sie wurde eben nur als Randgebiet betrachtet. Seit dem Zusammenbruch der Renaissance wurden der Körper und die Psyche nicht mehr als zusammenhängende Einheit angesehen. Der Glaube an diese Einheit war eher mystisch als empirisch belegt. Aber nun scheint sich eine allmähliche Entwicklung hin zu einer ganzheitlichen Sicht von Körper und Psyche abzuzeichnen, die für die Wissenschaft und die Medizin völlig neu ist. Die Psychiatrie als Kreuzung der beiden hat es nie geschafft, diese Kluft erfolgreich zu überbrücken. Mehr und mehr Ärzte nehmen jedoch nicht nur die Ergebnisse der Akupunktur, der Homöopathie und der Kräuterheilkunde ernst, sondern beziehen auch die Erkenntnisse der Psychologie über die seelische Bedeutung von körperlichen Symptomen ein.

Das hängt meiner Meinung nach auch mit den Forschungen in der Physik zusammen, die besagen, dass Materie Intelligenz besitzt. Zwischen den materiell ausgerichteten Wissenschaften und der Erforschung der Psyche durch die Psychologie oder anderen Richtungen mit esoterischeren Namen existiert ein großes Niemandsland. Wenn wir nun wirklich einen neuen Planeten entdeckt haben sollten, ist das wohl das große unbekannte Terrain, in das wir uns seit der Entdeckung Chirons bewegen. Ich bin mir nicht sicher, ob das alles so stimmt, aber es ist zumindest eine recht kreative Vorstellung.

Chiron scheint sich im Horoskop tatsächlich wie ein „echter“ äußerer Planet zu benehmen. Damit meine ich, dass die Krisen und Schwierigkeiten in dem Haus, in dem Chiron steht, vom Horoskopeigner nicht kontrolliert werden können. Die Veränderungen, die unter Chirons Progressionen und Transiten stattfinden, erweitern und verändern das Bewusstsein der jeweiligen Person. Die äußeren Planeten fühlen sich ganz anders an als die inneren Planeten. Wenn man zum Beispiel in der Progression einen schwierigen Aspekt zum Mars oder eine Konjunktion von Saturn oder Jupiter im Transit hat, erfährt man vielleicht gewisse Dinge über sich selbst – aber das sind alles Dinge, mit denen man umgehen kann und die zum Bereich des Menschlichen gehören. Vielleicht lernt man unter Saturn etwas über Disziplin, Selbstgenügsamkeit, Einsamkeit oder die eigenen Abwehrmechanismen. Doch wenn man genügend Durchhaltevermögen an den Tag legt, sind das alles Themen, die man in das eigene Leben integrieren kann. Sie tun vielleicht weh, und man mag sie nicht besonders, aber es stellt einem nicht die Nackenhaare auf. Bei den Progressionen und Transiten der inneren Planeten geht es um Themen, die den beiden oberen Schichten der Bergspitzen im Schaubild entstammen. Das können unbewusste Themen sein, aber es handelt sich hier um das eigene Unbewusste, nicht um das kollektive. Ich merke, dass die Unterscheidung hier um einiges deutlicher hervortritt, als es in der Praxis der Fall ist. Aber ich wollte Ihnen einfach nur eine ungefähre Vorstellung davon geben.

Bei den äußeren Planeten wird man jedoch auf unbekanntes Terrain geführt. Sie dehnen das Bewusstsein aus, jenseits des Individuellen. Die äußeren Planeten konfrontieren einen Menschen mit Geheimnissen, mit dem Schicksal, und mit Kräften, die viel größer als das eigene kleine Leben sind. In der bildlichen Sprache Chinas ist das Wort „Krise“ aus den Wörtern Gefahr und Gelegenheit zusammengesetzt. Eine Krise ist gefährlich, weil sie Elemente enthält, die für die Persönlichkeit fremd und unbekannt sind. Sie ist eine Gelegenheit, weil sie der Persönlichkeit die Chance gibt, größer zu werden und sich mit etwas Transpersonalem zu verbinden. Die äußeren Planeten zerstören meist unsere festgefahrenen Ansichten über die Realität der Dinge.

Aus meiner bisherigen Beobachtung verhält sich Chiron ebenfalls auf diese Weise. Es geschehen innerlich oder äußerlich Dinge, die jegliche Ego-Kontrolle unangemessen erscheinen lassen. Das kleine Ego bekommt diese Veränderungen einfach nicht in den Griff und ist unfähig, sie in etwas zu verwandeln, was es persönlich bewältigen kann. Der persönliche Wille scheint bei den äußeren Planeten recht wenig zu zählen. Er spielt bei den inneren Planeten eine weitaus wichtigere Rolle, wenn es darum geht, Herr/in der eigenen Triebe und Bedürfnisse zu sein und ihnen eine Ausrichtung zu geben. Aber bei den äußeren Planeten wird man kläglich scheitern, wenn man versucht, ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen. Was bei Chirons Transiten und Progressionen meiner Erfahrung nach bisher am häufigsten auftauchte, sind Krankheiten. Normalerweise handelt es sich um Krankheiten, die ein Verständnis ihres Ursprungs und ihrer Bedeutung erfordern. Mit den gewöhnlichen Behandlungsmethoden kommt man hier nicht weiter. Krankheiten sind einer unserer wichtigsten Motoren, denn sie bringen viele Ängste, Schrecken und Fantasien in uns zum Vorschein, die um die Frage kreisen, welche Bedeutung der Körper eigentlich hat.

Es gibt einige klassische Krisensituationen, die bei den äußeren Planeten recht häufig vorkommen. Eine davon ist das drohende Auseinanderbrechen von Beziehungen oder Ehen. Oder es verändern sich freiwillig oder unter Druck von außen die Lebensausrichtung und die Berufung. Krankheit habe ich bereits erwähnt. Häufig treten religiöse oder spirituelle Krisen auf, oft stirbt ein Elternteil. Normalerweise betrachten wir diese Ereignisse als die Ursachen von inneren Veränderungen. Aber Vorkommnisse dieser Art, die mit den Bewegungen der äußeren Planeten einhergehen, sind eher Widerspiegelungen als Ursachen. Sie stehen mit einem tiefen inneren Wandel in Zusammenhang, der so lange nicht erfasst und ausgelebt werden kann, bis ein äußeres Ereignis stattfindet, das die bisherigen Lebensmuster komplett verändert.

Ich habe bei Chiron noch etwas beobachtet, was meine Annahme verstärkt, dass er nicht so sehr eine Schütze-Natur, sondern eine erdhafte Natur besitzt. Chiron taucht mit schöner Regelmäßigkeit bei engen Beziehungen in der Synastrie auf, insbesondere bei sexuellen Beziehungen. Das hat mich wiederum dazu veranlasst, seinen Bezug zur Natur des Körpers herzustellen. In der traditionellen Astrologie wird die Sexualität Venus und Mars zugeordnet, außerdem auch Pluto, wenn man die psychologische Seite davon in Betracht zieht. Diese Planeten beschreiben emotionale Bedürfnisse und Qualitäten, die uns anziehen. Sie erzählen uns nicht wirklich etwas darüber, warum wir manche Körper schön und andere abstoßend empfinden. Hier schlummert ein Geheimnis, das mit der Körperchemie zu tun hat und das durch keine noch so ausführlichen psychologischen Erklärungen gelöst werden kann. Einige der neueren Therapieformen wie zum Beispiel die Bioenergetik arbeiten mit der Energie im Körper. Wir befinden uns nun wieder im Grenzland zwischen dem Psychischen und dem Physischen.

Das ist momentan alles, was ich über Chiron sagen kann. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie man ihn in der Praxis im Haus und im Zeichen deutet. Ich sagte bereits, dass ich nur Andeutungen machen kann. Ich glaube sehr stark, dass er eine erdhafte Natur besitzt. Wenn wir ihn einem Tierkreiszeichen zuordnen müssen, würde ich entweder Stier oder Jungfrau vorschlagen. Beide Zeichen teilen sich ihren Herrscher mit einem weiteren Zeichen. Die Jungfrau fühlt sich mit Merkur nicht besonders wohl, weil sie Eigenschaften aufweist, die nicht wirklich mit ihrem Herrscher übereinstimmen. Und ich glaube, dass es beim Stier Qualitäten gibt, die nicht wirklich zur Venus passen. Aber Sie werden Ihre eigenen Erfahrungen sammeln müssen, weil das hier nur vage Vermutungen sind und nicht die „reine Wahrheit“.
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