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details
 
  Titel: Traditionelle Astrologie

Autor:

Robert Hand

Seiten:

184

Preis:

21,90 EUR


Für einen Astrologen der Spätantike war die wichtigste Frage bei der Interpretation eines Horoskops: Wurde der Horoskopeigner bei Tag oder bei Nacht geboren? Dieser Frage geht Robert Hand nach und zeigt anhand seines ausführlichen Quellenstudiums, welche Deutungsvielfalt in diesem Ansatz liegt. Im zweiten Teil befasst er sich mit dem ältesten Häusersystem, den Ganzzeichenhäusern. Auch hier zeigt er anhand von sonst nur schwer zugänglichen Quellen, wie sich die astrologischen Häuser entwickelt haben. Beide Methoden werden mit Horoskopbeispielen untermauert, so dass Sie unmittelbar den praktischen Nutzen für Ihre eigenen Deutungen erkennen können. Durch die gelungene Synthese aus Klassik und Moderne hat Robert Hand ein wegweisendes Buch für die Astrologie der Zukunft geschrieben.
 
 
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Biographie
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biographie
Robert Hand (1942) beschäftigt sich seit 1960 mit Astrologie. Seit 1973 ist er Direktor des "National Council of Geocosmic Research" und gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Forscher zu astrologischen Fragen. In den letzten Jahren beschäftigt er sich vorwiegend mit der antiken Astrologie und der Übersetzung klassischer Astrologietexte. Neben seiner internationalen Vortragstätigkeit hat er einen Lehrauftrag für antike Astrologie am Kepler College of Astrological Arts and Sciences. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen.
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leseprobe
In der Astrologie des Mittelalters war diese Kombination von Planetenbeziehungen nur ein Teilaspekt aus einer ganzen Reihe von Bedingungen, die sich auf einen bestimmten Planeten beziehen, von dem man sagte, er „befinde sich in seiner Gleichartigkeit“. Zusätzlich zur Sektion umfasste die Gleichartigkeit auch eine Übereinstimmung zwischen seinem Geschlecht und dem Geschlecht des Zeichens. Dies entspricht bei allen Planeten der Übereinstimmung zwischen der Sektion von Zeichen und Planet (außer bei Mars, der maskulin, aber nicht betont ist). Es war auch eine geschlechtliche Übereinstimmung zwischen einem Planeten und dem Quadranten möglich, wie man dem Zitat von Ptolemäus entnehmen kann. Die Quadranten im Südosten zwischen dem Aszendenten und der Himmelsmitte und gegenüberliegend im Nordwesten zwischen dem Deszendent und dem IC galten als männlich. Die Quadranten im Nordosten zwischen dem IC und dem Aszendenten und gegenüber im Südwesten zwischen Himmelsmitte und Deszendent wurden als weiblich betrachtet. Wie wir noch sehen werden, gab der Konflikt zwischen dem Geschlecht und der Sektion bei Mars Anlass zu mancher Mehrdeutigkeit.

Obwohl keine antike Textstelle explizit darauf hinweist, lässt sich dennoch erschließen, dass die allerwichtigste dieser Beziehungen lautet, dass ein Planet von derselben Sektion sein sollte wie das Gesamthoroskop. Tagesgestirne funktionieren am besten in Taghoroskopen und Nachtgestirne in Nachthoroskopen. Dass die Beschaffenheit des Horoskops der bedeutendste der drei Faktoren der Sektion ist, kann aus der Tatsache gefolgert werden, dass viele der altgriechischen Texte nur den Tages- oder Nachtzustand des Horoskops im Verhältnis zur Sektion der Planeten erwähnen. Es wird wenig zu der Übereinstimmung von der Sektion eines Planeten mit dem Zeichen ausgesagt.

Zweitens ist auch von Bedeutung, dass ein Planet korrekt über oder unter dem Horizont platziert ist; Taggestirne stehen am besten zur Tageszeit über dem Horizont oder bei Nacht darunter, während Nachtgestirne bei Nacht optimal über und bei Tag unter dem Horizont stehen. Ein Planet, dessen Sektion nicht in Einklang mit dem Gesamthoroskop steht, ist wirkungsvoller als er es wäre, wenn er der Hemisphäre entsprechend korrekt platziert ist. Schließlich wird ein Planet gewissermaßen auch dadurch verstärkt, dass er in einem Zeichen steht, dessen Sektion mit seiner eigenen übereinstimmt.

Befindet sich die Sektion eines Planeten nicht in Einklang mit einem dieser drei Faktoren, dann ist der Planet also bis zu diesem Grad außerhalb der Sektion und wird in dem Maße seine Ausdruckskraft im Horoskop verändern. Die Art der Veränderung, die wir aus den alten Schriften entnehmen, könnte eine Mischung aus Qualität und Quantität sein, d.h. in gewisser Weise scheint ein Planet außerhalb der Sektion lediglich in seinem Ausdruck gehemmt zu sein, so als ob seine Kraft geschwächt ist; aber manche Planeten, vor allem die Übeltäter, erwecken den Anschein, in ihrer Energie überhaupt nicht geschwächt, sondern in ihrer negativen Qualität noch verstärkt zu sein.

Befand sich die Sektion eines Planeten in Übereinstimmung mit dem Horoskop, seiner Platzierung im Horoskop und der Sektion des Zeichens, so handelte es sich um eine sehr starke Würde, die man Hayiz, Haim oder Aym nannte, wobei es sich bei den Begriffen um Verfälschungen des arabischen Wortes Hayiz handelt. Es gab jedoch eine überraschende Ausnahme bei der Definition von Hayiz. Mars, zwar nachtbetont in der Sektion, galt als männlich im Geschlecht. Mars betrachtete man nur dann in Hayiz, falls er in einem Nachthoroskop über dem Horizont (nächtlich platziert) in einem männlichen (Tag-)zeichen stand. Die Logik der Sektionen legt nahe, dass dies eine spätere Veränderung der alten Lehre war, der zufolge Mars in einem (weiblichen) Nachtzeichen stehen musste. Allerdings ist diese These noch nicht ganz belegt.

Für die entgegengesetzte Verfassung des Planeten, bei der er vollkommen außerhalb der Sektion steht, gibt es keine überlieferte Bezeichnung. Allerdings scheint es eine bedeutsame Schwäche, vor allem bei den Übeltätern, zu sein. Aus diesem Grunde habe ich mir die Freiheit erlaubt, diesen Zustand, angelehnt an das lateinische Wort, condicio oder conditio zu benennen. Hierzu habe ich einfach die Wendung „außerhalb der Sektion“ ins Lateinische übertagen: ex conditione.

Ein letzter Grundsatz bezüglich der Sektion hat mit den Mondphasen zu tun. Der Mond ist grundsätzlich immer ein Nachtgestirn. Laut Julius Firmicus Maternus lässt er sich jedoch hervorragend als Tagesgestirn anwenden, wenn er zunimmt und sich ungünstig auf Nachtplaneten bezieht. Ganz ähnlich ist der abnehmende Mond günstig, wenn er zu Nachtgestirnen passt und ungünstig, wenn er zu Tagesgestirnen passt. Es findet sich keine konkrete Stelle, wo Firmicus dies behauptet, aber man findet entsprechende Beispiele in seiner Schrift. Es ist so als ob er annimmt, dass seine Leser mit der Idee vertraut sind. Ich habe diese Unterscheidung zwischen zunehmendem und abnehmendem Mond in meiner Arbeit als sehr nützlich erlebt.
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