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details
Titel:
Praxisbuch Mundanastrologie
Autor:
Dr. Bernhard Firgau
Seiten:
502
Preis:
34,00 EUR
Die Mundanastrologie betrachtet politische und gesellschaftliche Ereignisse unter astrologischen Gesichtspunkten. Dies ist das bislang ausführlichste Handbuch, das zeigt, wie man Staaten, Regierungen, Parteien, Städte, Bauwerke, Firmen, Fahrzeuge und deren zukünftige Entwicklung mittels der Astrologie untersucht. Lernen Sie die unsichtbaren Codierungen menschlichen Handelns in der Welt kennen. Transite über die Horoskope politischer und technischer Ereignisse offenbaren die unauslöschlichen Spuren, die der Mensch künftigen Generationen hinterlassen hat. Zahlreiche Beispiele aus allen gesellschaftlichen Bereichen illustrieren die dargestellten Prinzipien. So können Sie mit diesem Handbuch sehr schnell einen Bezug zu Ihrer eigenen alltäglichen Wirklichkeit herstellen.
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biographie
Dr. Bernhard Firgau
(1954), ist Jurist und heute als Notar tätig. Seit 1990 beschäftigt er sich mit der Astrologie. Er ist geprüfter Astrologe DAV seit 1999. Sein besonderes Interessengebiet ist die Mundanastrologie. Mitverfasser des Buches „Wahlprognose mit Astrologie“ (2002).
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leseprobe
Entwicklung der Gruppenidentität
Ein Staat ist mehr als die Summe der auf seinem Territorium lebenden Menschen. Sie sind in irgendeiner Weise miteinander verbunden. Von aussen werden sie als zusammen gehörig gesehen und mit einem gemeinsamen Namen z.B. für ihr Land, ihre Sprache oder Kultur angesprochen. Diese Identifizierung einer Menschenmenge zeigt das Vorhandensein einer Gruppenidentität. Uns interessiert, wie sie entsteht, wann und wo, damit wir astrologisch einen Ansatzpunkt haben, der dieser Gruppenidentität gerecht werden kann.
Menschen sammeln sich äusserlich betrachtet um Anführer, zentrale Orte oder innerlich ausgerichtet um ein politisches Ziel, ein Programm, eine Verfassungsidee. Nicht die Freiwilligkeit ist der Gruppen bildende Aspekt, sondern das gemeinsame freiwillige oder unfreiwillige Ausrichten auf eine Person oder z.B. eine Verfassung. Auch die Opposition gegen eine Person eignet sich als Definition einer Gruppe. Es sind dann - Alle, die dagegen sind. Ob nun positive oder negative Gesichtspunkte das verbindende Element sind, berührt nicht mehr die Frage, ob die Gruppe existiert, sondern als was sie sich versteht. Die Opposition in einem Land kann sich als künftige Regierung empfinden, ohne es schon zu sein.
Identifizierung mit einer Person
Verbinden Menschen sich mit einer Person, indem sie dieser ihr Gruppenschicksal anvertrauen, kommt es nicht auf Regelwerke einer Verfassung oder ein Vereinsstatuten an. In der Politik der Gegenwart könnte ein bestimmtes politisches Ereignis z.B. ein Militärputsch eine Gruppe an einen Anführer binden. Dies war in der Monarchie frürerer Zeit die Krönungszeremonie. Im weniger spektakulären Alltag kann es genauso das Betreten eines Schiffes sein, mit dem die Passagiere den Fähigkeiten ihres Kapitäns ausgeliefert sind, der für die Dauer ihrer Reise die Leitfifur ist.
Revolutionen haben meist einen Vorkämpfer, der seine Anhänger um sich schart und ihre Sache als ihre Symbolfigur in der Öffentlichkeit vertritt. Diesen Status bringt er nicht von irgendwoher mit, er wird von seinen Gefolgsleuten auf diese Position gehoben. Wie geschieht das? Er gibt den Ton an, die Gruppe folgt ihm und versteckt sich auch hinter ihm. Sein Sieg ist ihr Sieg, seine Niederlage ihre. Der Anführer hat dennoch eine heraus gehobene Verantwortung und damit auch Autorität in der Gruppe. Denn das Risiko des Scheiterns bleibt mit seiner Person am stärksten verbunden, weil er für seine Gegner das identifizierbare Angriffsziel ist. Die ihn tragende Gruppe kann anonym bleiben.
In die Rolle des Anführers kommt ein Mensch, weil auch andere ihm das zutrauen und ihm diese Rolle zuweisen oder es sich gefallen lassen, dass er ihre Sache betreibt. Diese Rollenzuweisung kulminiert in der Verleihung eines Titels, der Übergabe symbolischer Zeichen von Autorität oder der von ihm initiierten Gründung eines Aktionsbündnisses, das von seinem persönlichen Einfluss durchdrungen ist. Mit dem Bekenntnis zu einem Anführer geht oft die Absetzung einer Symbolfigur früherer Herrschaft einher. Die Grenze zwischen einem Aufstand und einer Staatsgründung ist nicht ganz einfach, es kommt auf Einzelheiten an.
Stützt sich eine Gesellschaft auf eine Identifikationsfigur, kommt es auf den Zeitpunkt an, wann die Identifikationsfigur ihre Schlüsselposition eingenommen hat. Sobald wir festgestellt haben, wie sich die Gruppenmitglieder zu ihrer Identitätsfigur bekennen oder sich ihr unterwerfen, können wir zu diesem Vorgang auch einen für das Horoskop maßgeblichen Zeitpunkt festhalten.
Das dürfte spätestens dann der Fall sein, wenn sie von ihren Anhängern respektiert wird, ihr also eine Autorität zugebilligt wird. Bei einem Revolutionsführer kann dies sein, wenn er persönlich seine Mitstreiter mit bestimmten Aufgaben betraut und klar ist, dass ihre Position allein auf seiner Entscheidung beruht. Dies ist das Muster einer autoritären Führung wie im Absolutismus. Der Regent ist nicht an Regeln gebunden (lateinisch: absolutus), aber er macht sie und zwar für andere.
Bei weniger anarchistischen Strukturen wird der Führer nach traditionellen Regeln in seinem Amt bestätigt, indem die Gruppe ihn wählt, mit einem Titel versieht und einen Eid ablegen lässt. Die Wahl ist nur ein vorbereitender Akt, der festlegt, wer das Amt erhalten soll. Die Einführung in das Amt mit Übergabe von Machtsymbolen oder ein Eid usw. ist dann der exakte Zeitpunkt. Damit ist der Zeitpunkt erkennbar, in dem die Gruppe ihre Identität im Sinne einer Abgrenzung von anderen Gruppen gefunden hat.
Wenn es kein festes Datum gibt, kann auch der Geburtstag des Anführers bzw. der Bezugsperson genommen werden, mit dessen Schicksal sich die Gruppe verbindet und an dessen Identität sie damit vorübergehend teilhat.
>>Fortsetzung der Leseprobe
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