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Robert Zoller : Die Arabischen Punkte
  Titel: Die arabischen Punkte im Horoskop

Autor:

Robert Zoller

Seiten:

302

Preis:

24,00 EUR


Mit den arabischen Punkten kann man die „tiefere“ Bedeutung eines Horoskops erkunden und hinter die oberflächliche Struktur von Planeten, Zeichen und Häusern blicken. Im ersten Teil wird erklärt, wie sich das Schicksal anhand der arabischen Punkte entschlüsseln lässt und welche Zahlengeheimnisse damit verbunden sind. Im zweiten Teil behandelt der Autor die 19 wichtigsten arabischen Punkte. Enthalten ist auch die Übersetzung eines längeren Textes von Guido Bonatti aus dem 13. Jh. Im dritten Teil des Buches zeigt er, wie man die Punkte in der Deutung von Radixhoroskopen, in der Stundenastrologie und in der Mundanastrologie anwendet. Damit lässt sich belegen, dass die arabischen Punkte einen wichtigen Platz in jeder umfassenden Interpretation eines Horoskops haben.
 
 
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Der Punkt der Sonne

Das Gegenstück des Punktes des Glücks ist der Punkt der zukünftigen Dinge (pars futurorum) oder der Punkt der Sonne. Bonatti gibt an, daß dieser Punkt auch zu seiner Zeit wenig beachtet wurde. Er sagt jedoch, daß er für die Alten (womit er in erster Linie Albumasar meint) neben dem Punkt des Glücks der wichtigste Punkt überhaupt war. Er sollte insbesondere die Seele und den Leib (nach dem Punkt des Glücks), Glauben, Prophezeiung, Religiosität und Gottesdienst, Geheimnisse, Gedanken, Absichten, verborgene Dinge usw. anzeigen. Damit ist klar, daß dieser Punkt noch mehr als der Punkt des Glücks mit spirituellen Dingen zu tun hat. Dies ist zweifellos der Grund dafür, warum er von den westlichen Astrologen des Mittelalters weitgehend ignoriert wurde, für die sich okkultes Wissen hauptsächlich in weltlichen Vorteilen auszahlen musste
.
Wenn der Punkt des Mondes oder Punkt des Glücks mit dem passiven, vegetativen Aspekt und dem feineren Leib zu tun hat, dann muss der Punkt der Sonne, sein Gegenstück, mit den aktiven Kräften der Seele zu tun haben. Damit kommt diesen beiden Punkten wesentliche Bedeutung für die Darstellung der »inneren« Bedingungen des Geborenen zu. Der Punkt des Glücks zeigt die niedrigeren appetitiven Aspekte der Seele an und die Qualität und Determination der damit zusammenhängenden Motivationen, während der Punkt der Sonne die Qualität und Determination der aktiven, bewussten, göttlichen Kräfte der Seele und ihre Motivation und Realisierung anzeigt. Beide Punkte haben Bedeutung für die innere Erfahrungswelt, die einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die äußeren Phänomene des Lebens des Geborenen haben kann. Die äußeren Phänomene ergeben sich daraus, dass die Planeten als Kausalfaktoren auf den Plan treten und mit sich selbst, den Zeichen und dem Aszendenten ein Beziehungsgefüge bilden. Damit kann sich die Innenwelt des Geborenen erheblich von seiner Außenwelt unterscheiden. Welches die Beziehung zwischen der inneren und äußeren Welt in einem Geburtsbild im einzelnen ist, muss jeweils daraus ermittelt werden, wie die Punkte, insbesondere diejenigen der Sonne und des Mondes, mit dem übrigen Bild im Hinblick auf die Position, Disposition und die Aspektbeziehungen zusammenspielen.

Wie zwei oder mehr Häuser durch gemeinsame Herrschaft und die Stellung und Aspektierung der Planeten verbunden sein können, so können auch die Punkte in derselben Weise verbunden sein, woraus sich ein kompliziertes Gefüge von Beziehungen oder Motivationen auf verschiedenen Ebenen ergibt. Weil der Punkt der Sonne mit Gottesverehrung, Glauben und Religiosität verbunden ist, können wir mit seiner Hilfe erfahren, wie die Geborene zu diesen Dingen steht. Insbesondere lehrt die Erfahrung, dass der Zustand des Punktes der Sonne genaue Hinweise zur Auffassung der Geborenen vom Göttlichen gibt. Weil alle Geschöpfe bewusst oder unbewusst einen bestimmten Aspekt des Daseins lieben und durch ihre Verehrung dieses Aspekts sich diesem nähern und dem Objekt ihrer Verehrung immer ähnlicher werden, kann man sagen, dass alle Geschöpfe einschließlich des Menschen immerdar etwas als einen Gott verehren. Man kann sagen, dass der Punkt der Sonne den Gott anzeigt, den der jeweilige Mensch verehrt. Dies deshalb, weil der Punkt der Sonne – d. h. der Punkt, der die Zahlenbeziehung zwischen den Kausalfaktoren der Sonne (als Urheber des Lebens, aktive Ursache und Quelle des Daseins) und dem Mond anzeigt (als dem weiblichen Aspekt des Schöpfers oder der reagierenden Ursache und nach außen gerichteten Manifestation der in der ersten Ursache verborgenen Möglichkeiten) –durch seine Qualifikation gemäß dem zodiakalen Zustand diejenigen Qualitäten repräsentiert, die mit diesem Lebensaspekt in der Seele des Geborenen verknüpft sind. Diese Zahlenbeziehung wird in der umgekehrten Richtung ermittelt wie diejenige des Punktes des Glücks. Deshalb zeigt der Punkt des Glücks das Herabsteigen des göttlichen Einflusses (in der Reihenfolge der Zeichen) an, während der Punkt der Sonne dasjenige anzeigt, dem die Person nachstrebt: ihrem Gott. Deshalb ist bei der spirituellen Arbeit Reinheit von großer Bedeutung, denn wenn die Vorstellung des Selbst [Sonne] und/oder der Begierde oder Instinkte [Mond] verdorben ist, wird das Ideal des Göttlichen, des höchsten möglichen Zieles, dem ein Mensch nachstreben kann, in entsprechender Weise begrenzt oder verdorben sein.

Da dem so ist, wird deutlich, warum der Punkt der Sonne Geheimnisse, Gedanken und Absichten anzeigt: Weil dieser Punkt die höchsten Ideale angibt und weil diese Ideale die geheimsten Sehnsüchte beeinflussen und weil alle Geschöpfe demjenigen nachstreben, was ihr höchster Gott ist, zeigt der Punkt der Sonne die Pläne und Hoffnungen im Hinblick auf diese Dinge an, und zwar in strenger Übereinstimmung mit seinem Zustand, seiner Position und Disposition.
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