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Titel:
Der Geburtsherrscher im Horoskop
Autor:
Bernhard Bergbauer
Seiten:
120
Preis:
17,90 EUR
Schon seit alters her wird in der Astrologie die Ansicht vertreten, dass es im Horoskop einen dominierenden Planeten gibt, den sogenannten Geburtsherrscher. In der klassischen Astrologie wurde jedem Planeten eine eigene Sphäre zugesprochen und zu jeder Sphäre gehörte auch ein Engel. Im Geburtsherrscher sah man also einen astrologische Schutzengel, der bei allen Lebensphasen immer einen entscheidenden Einfluss ausübt. In diesem Buch erfahren Sie alles über die Hintergründe, die Berechnung und Deutung Ihres Geburtsherrschers.
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Bernhard Bergbauer
(1972) leitet die Academia Astrologiae, die erste deutschsprachige Schule für traditionelle Astrologie. Seit 2005 gibt er das Fachmagazin Astrologia Restaurata heraus. Er organisiert Kongresse zur klassischen Astrologie und schreibt regelmäßig in internationalen Fachzeitschriften. Sein Arbeitsschwerpunkt neben der Ausbildung und seiner astrologischen Praxis ist die medizinische Astrologie.
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leseprobe
Das geozentrische Weltbild
Die Entwicklungen der modernen Wissenschaft haben uns viele Erkenntnisse und „Wahrheiten“ gebracht. Natürlich ist es richtig, dass sich die Sonne im Mittelpunkt unseres Sonnensystems befindet und nicht die Erde, wie die Menschen früher annahmen. Mit dem heliozentrischen Modell lassen sich Phänomene wie die Rückläufigkeit natürlich exakt erklären. Durch Keplers Theorie, dass die Planetenbahnen Ellipsen und keine Kreise beschreiben, können wir exaktere Ephemeriden berechnen. Das ist alles von Vorteil, beschränkt man sich auf die Funktionsweise der materiellen Welt.
Was aber ist Wahrheit? Halten Sie gerade ein Buch in den Händen? Greifbare Materie, feste Substanz? Oder halten Sie in einer gewissen Frequenz umeinander kreisende Atome in der Hand, also eigentlich doch nichts „Festes“, sondern etwas, was sich rasend schnell bewegt und verändert und was Ihr Gehirn als „Buch“ interpretiert?
Wir müssen also vorsichtig sein mit dem, was wir als „Wahrheit“ bezeichnen. Die wirkliche Wahrheit können wir nicht erfassen, sondern wir müssen mit Interpretationen der Wahrheit leben. Also mit dem, was unser Gehirn aus dem macht, was wir wahrnehmen.
Nun zurück zu unserem geozentrischen Weltbild. Dieses Weltbild ist ein Modell des Universums aus der Sicht des Menschen auf der Erde. Welcher Dichter oder welcher Liebhaber spricht von einer „Erdrotation, die den Winkel zum Zentralgestirn so verändert, dass sich der Lichteinfall dahingehend verändert, dass die dem Zentralgestirn zugewandte Seite des Planeten erleuchtet wird“. Keiner. Jeder Dichter und jeder Liebhaber beschreibt die Schönheit eines Sonnenaufgangs. Denn so stellt es sich uns dar: Nach der langen dunklen Nacht taucht die Sonne am östlichen Horizont auf, beginnt ihren Lauf über den Himmel und bringt uns das Leben spendende Licht. Und dieser Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Mondaufgang oder Monduntergang ist es, der in uns ein Empfinden auslöst. Er ist für uns „wahr“. Während die moderne Wissenschaft unglaubliche Fortschritte im Erkennen und Beschreiben der materiellen Welt gemacht hat und immer noch macht, müssen wir uns die Frage stellen: Bringen uns diese Erkenntnisse auch einen Fortschritt auf unserem spirituellen Weg, auf dem Weg der Vervollkommnung unserer Seele, vorwärts auf dem Weg zurück zur Quelle, zu Gott? Ich bezweifle es sehr.
Schauen wir uns einmal die Planeten an, wie sie im ptolemäischen Weltbild angeordnet sind. Es handelt sich hier um die sogenannte chaldäische Reihe, die sich aus den scheinbaren Umlaufgeschwindigkeiten der Planeten um die Erde herleitet:
Saturn
Jupiter
Mars
Sonne
Venus
Merkur
Mond
Erde
Vom Standpunkt der Erde befindet sich die Sonne – von jeher sichtbares Symbol für Gott – in der Mitte. Das Zentrum in dieser Reihe ist Gott oder die göttliche Energie.
Betrachten wir nun das heute gebräuchliche Modell des Sonnensystems:
Saturn
Jupiter
Mars
Erde
Venus
Merkur
Mond
Sonne
Die Erde befindet sich jetzt in der Mitte der Reihe, zusammen mit ihrem Satelliten, dem Mond. Das Zentrum in diesem System ist die Erde, Symbol für die materielle Welt. Im modernen Weltbild ist nicht mehr das Göttlich-geistige im Zentrum, sondern das Materielle. Das verwundert kaum.
Kurioserweise ist im geozentrischen Weltbild die Sonne, Gott, das Zentrum, auf das wir blicken. Im heliozentrischen Weltbild ist die Erde – der Materialismus – das, worauf wir unseren Blick richten. Da sich die Astrologie mit dem Schicksal des Menschen auf der Erde beschäftigt und folglich aus der Sicht der Erde berechnet werden muss, ist das ptolemäische System hierfür das „geeignete“ System und das kopernikanische „ungeeignet“. Heliozentrische Astrologie macht nur Sinn, wenn Sie auf der Sonne wohnen.
Da wir uns hier mit spirituellen, astrologischen Inhalten beschäftigen, bitte ich Sie, das ptolemäische Weltbild nicht als „veraltet“ oder gar „falsch“ anzusehen, sondern als Modell, das für unseren Zweck besser geeignet ist als das kopernikanische Weltbild.
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