Die Wiederkehr des Saturn

Lebenszyklus und Krisenjahre
Art.-Nr.: 00-19

Stephen Albaugh und Nancy Ehresman

Produktform:  Paperback
Seitenzahl:  115
Erscheinungsjahr:  1997
Erscheinungsjahr:  1997
ISBN:  978-3-925100-19-2
vergriffen

Produktdetails

Man spricht davon, dass der Körper sich alle sieben Jahre erneuert. Dies korrespondiert mit dem Saturnzyklus, denn Saturn bewegt sich in Zeitabschnitten von sieben Jahren: nach 7 bzw. 21 Jahren steht er im Quadrat, nach 14 Jahren in Opposition und nach 28 Jahren wieder auf der Radixposition. Der Zeitpunkt, zu dem der Planet wieder in Konjunktion zu seiner Geburtsstellung tritt, wird als Wiederkehr oder auch als Saturnrevolution bezeichnet. Gerade während der Phase der Wiederkehr des Saturn treten wichtige Entwicklungsschritte in unser Leben. Alle Dinge, die nicht auf festen Grund gebaut sind, stürzen in sich zusammen. Die Saturnrevolution muß jedoch nicht nur negativ aufgefasst werden, denn sie verhilft dem Betroffenen zu einer ?inneren Wiedergeburt?. Ein Großteil der Verwirrungen und Selbstzweifel kann jedoch durch eine gezielte Vorbereitung auf die kritischen Phasen des Saturnzyklus geklärt werden. Das vorliegende Buch gibt hierzu eine konkrete Hilfestellung und beleuchtet anhand von praktischen Beispielen die wichtigsten Lebensbereiche, die Saturn aufgrund seiner Häuserstellung bei seiner Wiederkehr umwälzt.

Leseprobe

Ich gehöre (noch) nicht dazu

Saturn befindet sich im Alter von 14 Jahren in Opposition zu seiner Geburtsstellung. In dieser Zeit durchleben die jungen Menschen das recht unangenehme Gefühl des "Nicht-dazu-Gehörens". Vor dieser Zeit ist das Kind weitgehend in die Sicherheit des Familienlebens eingebettet. Die Vielzahl der von Eltern, Schule, Kirche usw. auferlegten Vorstellungen verlangen vom Kind noch nicht, persönliche Verantwortung für seine Beiträge zu übernehmen. Seine Teilnahme an der Gesellschaft war eine stillschweigende Anpassung an eine Struktur, die aufgrund der extremen Abhängigkeit kombiniert mit dem noch nicht definierten Selbst, unvermeidbar war. Nicht, dass das Kind sich mit diesen Vorstellungen nicht identifizieren könnte, es hat einfach noch keinen Begriff von sich selbst entwickelt. Ihm fehlt noch die Körperwahrnehmung, die jemand in sich trägt, der mit vollem Bewusstsein an Aktivitäten teilnimmt. Egal wie ernst die subjektiven Gefühle der Ablehnung oder Minderwertigkeit sein mögen, die Eltern umsorgen es, und die Schule geleitet es durch ihr erzieherisches und oftmals unangenehmes System. Sein Leben ist beschützt, einerlei ob das Kind sich intellektuell oder emotional darauf einlässt oder nicht.

Die Saturnopposition rüttelt in dem Teenager seine eigenen, speziellen Bedürfnisse wach und er erkennt, dass er diese selbst befriedigen und erfüllen kann. Der Jugendliche übernimmt bewusste Verantwortung für sein Weiterkommen, indem er sich klarmacht, dass niemand ihm dabei helfen kann und dass die Entwicklung nicht ohne eigenes Zutun stattfinden wird. Bestimmte persönliche Wünsche können nur selbst erfüllt werden.

Diese Opposition dreht sich im Kreis, um der ursprünglichen Geburtsstellung gegenüberzutreten und damit allen über die Jahre aufgebauten Erfahrungen, die der Geborenen bislang undifferenziert erlebt hat; man weiß zwar, was mit einem geschieht, kann jedoch nichts von außen betrachten: Man hat keinen Abstand zum Geschehen.

Die Auswüchse dieser ersten selbständigen Bewusstheit im Alter von 14 Jahren sind äußerst wichtig. Man bekommt das, was man braucht, weiterhin nicht mehr von den Eltern. Man kann nur mit den gelernten Werten umgehen, zuzüglich der eigenen Instinkte und Ziele. Der Jugendliche beginnt nun, aus diesen auszuwählen, was ihm bei der Verwirklichung seiner Ziele hilfreich ist. Dies ist eine einsame Erfahrung, die oft von dem Gefühl, von allen guten Geistern verlassen zu sein, begleitet ist. Er muss es alleine schaffen, aber ist noch immer nicht reif dazu.

Typische Reaktionen auf diese von Saturn auferlegte Selbstverantwortung sind Rebellion, Trotz und Unmut. Saturn, als die Begrenzung zwischen Selbst und Nichtselbst, befindet sich jetzt auf genau halbem Weg durch den Tierkreis und ist somit am weitesten von der Geburtsposition entfernt. Saturn erkundet Neuland und ringt jetzt um ein Verständnis der Bedeutung. Wenn die Opposition später im Alter von 42 Jahren wieder auftritt, ist die Spannung nicht mehr ganz so enorm, denn beim zweiten Mal weiß der Geborene bereits, was er zu erwarten hat. Aber im zarten Alter von 14 Jahren muss das Kind geeignete Kanäle und Ventile für unbequeme Ausdruckskräfte finden; der junge Mensch fühlt sich vielleicht verwirrt und betrogen. Eltern, Schule und Gesellschaft haben ihm Trugbilder anerzogen, er besitzt bestimmte Freiheiten und ein gewisses Maß an Wissen, aber von beiden nicht ausreichend. Die scheinbar einzige zuversichtliche Lösung scheint sich nur in der Gruppe Gleichgesinnter und deren Wertesystem finden zu lassen. Da man das neu aufflammende Körperbewusstsein noch nicht in die Vorstellungswelt der anderen, mit denen man wenig zu tun hat, integrieren kann, sucht die jugendliche Gruppe ihre eigene Aussage zu formulieren. Die umgebende Kultur ist jedoch so allgegenwärtig und durchdringend, dass man nichts tun kann, weder arbeiten, reisen, kreativ sein oder auch nur die Sprache benutzen, ohne die Erwachsenenwelt auf die eine oder andere Art konsultieren zu müssen.

Diejenigen, die darüber verärgert sind, dass man ihnen verboten hat, ihre Flügel zu gebrauchen oder an der Gesellschaft als unabhängige Wesen teilzuhaben, erleben die Frustration aufgrund des Drucks von Saturn als Ansporn. Sie wollen all dies nun tatsächlich in Angriff nehmen, Neues auszuprobieren und für sich selbst neue Grenzen zu finden ? auch ohne die Erlaubnis des kulturellen Umfelds. Dieses rebellische Leben mag dem inneren Drängen Saturns und den äußeren kulturellen Einschränkungen entspringen und kennzeichnet einen der schwierigsten Abschnitte im Leben. Jugendliche müssen geeignete Ventile finden, um die Spannung freizusetzen, die (räumlich betrachtet) von dem am weitesten von Saturn entfernten Punkt ausgeht. Die Wege, dies zum Ausdruck zu bringen, sind individuell sehr verschieden, formen aber das Karma und das zu erwartende Selbstbild, das sich bei der Saturnwiederkehr herausschält. Abneigungen gegen die Eltern oder die Gesellschaft, die sich in dieser Zeit bilden, werden bei der 14 Jahre später abgeschlossenen Revolution Saturns wiederbelebt oder sie lösen sich auf. Jedes Saturnquadrat (mit 7, 14, 21 und 28 Jahren) ruft Erinnerungen an das Vorhergegangene wach, mit einer neuen Chance, Konflikte zu bewältigen.

Saturn bringt im Alter von 14 Jahren vor allem eine körperliche Veränderung, denn das Körperbewusstsein erwacht. Das körperliche Selbst entdeckt seine Bedürfnisse, seine Isolation und seine persönliche Verantwortung. Der Körper ist jetzt einerseits nicht mehr länger Körper eines Kindes, verbunden mit den Eltern und dem Kosmos, aber andererseits auch noch kein reifer Organismus, der sich von der Familie und dem Universum abhebt. Ein Großteil der Energie, welche in die Auseinandersetzung mit den Problemen dieses Lebensabschnittes investiert wird, taucht als Karma bei der Saturnwiederkehr erneut auf.

Nicht alle 14-jährigen reagieren mit Auflehnung, manche geben auch jegliche Autorität an andere ab, sei dies an die Eltern, die Schule oder an den sozialen Druck ihrer Clique. Die Identität eines Menschen kann so stark mit Selbstbildern, die von den Erwachsenen über die Jahre hinweg eingeimpft wurden, besetzt sein, dass als einziger Ausweg die passive Anpassung an ein bereits zurecht geformtes Modell erscheint. Jeder in diesem Alter bildet sein Selbstbewusstsein aus und die Persönlichkeit erscheint gekünstelt. Ungereifte Gefühle sollen mit reifen, erwarteten Verhaltensformen in Einklang gebracht werden, und man ist so vielleicht noch schwierigeren Perioden der Einsamkeit ausgesetzt, als jene Kinder, die in dieser Phase offen rebellieren. Der 14-jährige, der passiv eine Rollen spielt, empfindet nicht die gleiche Erleichterung, die andere verspüren, wenn ihnen gewahr wird, dass sie nicht in die Norm passen.

Diese Person erstickt ihre persönlichen Bedürfnisse oder was ihr sonst als gefährliche Eigenart erscheint, um so der Spannung von Saturn zu entgehen. Sie leugnet jede persönliche Beziehung zu ihren inneren saturnalen Eigenschaften (die Notwendigkeit, ein Selbst zu formen, das sich vom Nicht-Selbst unterscheidet). In dieser Zurückweisung scheint vordergründig eine Erleichterung zu liegen, doch bleiben frustrierende und undisziplinierte Anteile der Persönlichkeit verborgen. Einem Konflikt zwischen subjektiver und objektiver Wirklichkeit wird somit ausgewichen. Saturn dient dann lediglich dazu, gesellschaftliche Vorstellungen im Selbst zu reflektieren, er wird eher zu einem Spiegel von Trugbildern, als zum Formgeber für das hervorsprießende Selbst. Diese passive Hingabe bricht oft zur Zeit der Saturnwiederkehr auf und explodiert.

Die so erwirkte Erleichterung ist jedoch nicht von Dauer. Sobald sich Saturn wieder seiner Radixposition annähert und die angesammelten Erfahrungen der Wirklichkeit aus den vergangenen Jahren mit sich bringt, wird das Bewusstsein versuchen, sich an der kleinen Insel des perfekten, angepassten und idealen Selbst festzuklammern, nach der es sich schon vor langer Zeit gesehnt hatte. Aber angesichts des Drucks der Saturnwiederkehr nimmt das Bewusstsein Abstand von diesen Idealen. Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale werden die Geduld mit den übrigen Anteilen verlieren, und stur, rebellisch oder aufmüpfig reagieren ? und zwar auf eine Art und Weise, die in deutlichem Widerspruch zu der erwarteten sozialen Rolle steht. War der Geborene bisher weitgehend konform zu seinem Status und ließ er bis dato kaum Exzentrisches zum Ausdruck kommen, wird die Saturnwiederkehr zweifellos eine Zeit der geistigen Revolution mit sich bringen.

Hat Saturn seinen Weg gefunden, dann wird die Person warten, bis sie ausreichende Erfahrungen angesammelt hat und sich an der Gesellschaft orientieren kann, bevor sie intelligenten Einfluss auf die Umwelt ausübt. Ein Großteil des Lernens besteht darin, die Komponenten der praktischen Wirklichkeit zu verstehen und sie den individuellen Bedürfnissen zuzuordnen. All ihre Bereiche wollen miteinbezogen werden und sollen den größtmöglichen Nutzen erbringen.

Zum Verständnis der gesellschaftlichen Strukturen muss man nur an ihnen teilnehmn, sie von innen heraus betrachten und ihre internen Beweggründe und Zwecke kennen. Damit werden dann die persönlichen Motivationen, Absichten und das Verstehen gesellschaftlicher Reaktionen verbunden. Dieser Prozess dauert unumgänglich 28 Jahre.

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