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Des Girolamo Cardano von Mailand eigene Lebensbeschreibung

Das Leben eines der letzten großen Universalgelehrten der Renaissance
Art.-Nr.: 218

Girolamo Cardano

Produktform:  Paperback
Seitenzahl:  288
Erscheinungsjahr:  2014
Erscheinungsjahr:  2014
ISBN:  978-3-89997-218-4
EAN:  9783899972184
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Produktdetails

Cardano (1501 – 1576) war Arzt, Astrologe, Mathematiker und Naturphilosoph und einer der letzten großen Universalgelehrten der Renaissance. Er hat sich intensiv mit Astrologie beschäftigt und unter den von ihm gedruckten Werken findet sich auch eine Reihe astrologischer Bücher. Auf ihn geht z. B. die astrologische Deutung der Stirnlinien zurück. Diese Autobiografie gibt einen tiefen Einblick in das Leben und Wirken dieses großen Astrologen. Cardano wollte die Prophetie auf neue, wissenschaftliche Beine stellen und dabei schuf er eine moderne Wissenschaft vom Menschen.

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 Girolamo Cardano

Girolamo Cardano (1501 - 1576) war Arzt, Astrologe und Mathematiker, der zu seiner Zeit eine erstaunliche internationale Bekanntheit hatte. In der Mathematik hat er wichtige Entdeckungen für die kompexen Zahlen und die Wahrscheinlichkeitsrechnung gemacht. Zu Lebzeiten verfasste er über 230 Bücher zu verschiedenen Wissensgebieten. Die Gesamtausgabe erschien 1663 in Lyon.

Leseprobe

Meine Geburt

Nachdem, wie man mir erzählt, vergebens Abtreibungsmittel angewandt worden waren, kam ich zur Welt im Jahre 1501, am 24. September, als die erste Stunde der Nacht noch nicht vollendet, nur wenig mehr als zur Hälfte, aber noch nicht zu zwei Dritteln verflossen war. Die wichtigste Stellung der Figuren des horoskopischen Aspektes war so, wie ich sie im 8. Kapitel des als Anhang zu meinem Kommentar der vier astronomischen Bücher des Ptolemaeus gegebenen Buches der zwölf Nativitäten mitgeteilt habe. Ich habe festgestellt, dass damals die beiden großen Sterne Sonne und Mond unter bestimmten Winkeln niederstiegen und dass keiner von ihnen den Ort des Horoskopes beschaute, da sie sich an der 6. und an der 12. Stelle befanden. Es konnte auch, mit dem gleichen Resultat, einer von ihnen an der 8. Stelle stehen; er wäre dann im Sinken begriffen gewesen, ohne dass ein Winkel gegeben war, sodass man hätte sagen können: er steigt nieder außerhalb des Winkels. Und standen auch sonst keine unglückverheißenden Sterne innerhalb dieser Winkel, so schadete doch der Mars den beiden großen Sternen wegen der Ungunst ihrer Stellung, und da er vollends mit dem Mond im Geviertschein stand, so konnte ich sehr wohl missgestaltet zur Welt kommen. Des Weiteren aber, weil der Ort der vorhergehenden Konjunktion unter dem 29. Grad der Jungfrau lag, die den Merkur beherrscht, und da weder der Merkur noch der Ort des Mondes, noch der meines Horoskopes zusammenfielen und keiner von ihnen den vorletzten Grad der Jungfrau beschaute, so musste ich missgestaltet zur Welt kommen. Tatsächlich hätte es auch leicht geschehen können, dass ich zerstückt aus dem Leibe meiner Mutter kam; nur wenig hat gefehlt. So ward ich denn geboren, oder vielmehr aus der Mutter herausgezogen, fast wie tot, mit schwarzem, krausem Haar. In einem Bad heißen Weines, das einem anderen hätte gefährlich werden können, kam ich zu Kräften. Drei volle Tage war meine Mutter in schweren Geburtswehen gelegen. Schließlich kam ich doch lebend davon.

Um aber wieder auf mein Horoskop zurückzukommen: Da die Sonne und die beiden verderbenbringenden Sterne, auch die Venus und der Merkur, gerade in männlichen Zeichen des Tierkreises standen, behielt mein Leib normale menschliche Gestalt. Und weil der Jupiter am Ort des Horoskopes stand und die Venus Herrin der ganzen Konstellation war, so ward ich nirgends verletzt als an den Geschlechtsteilen, sodass ich von meinem 21. bis zum 31. Lebensjahre nicht mit Weibern verkehren konnte und oft darob mein trauriges Schicksal beklagt, jeden anderen um sein glücklicheres Geschick beneidet habe. Und obwohl, wie ich schon sagte, die Venus die ganze Konstellation beherrschte und der Jupiter in der Linie meines Horoskopes stand, ward mir doch ein wenig günstiges Los zuteil: Ich bekam eine etwas schwere, stammelnde Zunge und dazu eine geistige Neigung, die, wie Ptolemaeus sagt, zwischen einem kühl besonnenen Wesen und einer harpokratischen Natur.

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