Schritte zählen

Mein Leben mit dem Guillain-Barré-Syndrom
Art.-Nr.: 236

Anita Cortesi

Produktform:  Paperback
Seitenzahl:  149
Erscheinungsjahr:  2015
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  978-3-89997-236-8
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Produktdetails

„Ein paar Tage später bekam ich Grippe. Zumindest sah es so aus. Ich verbrachte meinen 55. Geburtstag im Bett und erinnere mich schwach, dass meine Freundin anrief. Dann hörte die Welt auf, für mich zu existieren.“

Zehn Woche später kommt sie wieder zu sich. In diesem Buch beschreibt Anita Cortesi eindrücklich ihre Zeit auf der Intensivstation, wie sie über Wochen vollständig gelähmt, jedoch bei Bewusstsein, künstlich beatmet wurde und ihr Leben sprichwörtlich an einem dünnen Schicksalsfaden hing. Tag für Tag holt sie sich in zähem Ringen wieder einen Teil zurück und schildert, wie ihr Geist auf das Eingesperrtsein in einem weitgehend gelähmten Körper reagiert.

Autorenporträt

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 Anita Cortesi Anita Cortesi (1955), Lehrerin und Mutter von zwei Kindern. Sie ist als Verfasserin von Texten zur Horoskopdeutung per Computer über Fachkreise hinaus bekannt und anerkannt.

Leseprobe

Zurück ins Leben

Mehr als zehn Wochen war ich ganz woanders. Doch ich sollte weiterleben. Viele Menschen zündeten Kerzen für mich an, beteten für mich, dachten an mich. Und so kam ich schließlich in diese Welt zurück.

Langsam, ganz langsam realisierte ich, dass ich auf der Intensivstation des Kantonspitals St. Gallen lag und schwer krank war. Ich erinnere mich genau, wie mich einmal sehr klar der Gedanke durchfuhr: „Oh je, ich glaube, ich bin in einer schwierigen Situation. Da muss ich unbedingt wieder rauskommen.“ Ein Mann und eine Frau standen an meinem Bett. Ich hatte mich am Rücken wund gelegen, und sie behandelten die Stelle. Ich denke heute, das war Wirklichkeit – doch sicher bin ich mir nicht.

Kaum war Physiotherapie körperlich möglich, kam schon die Therapeutin. Ich musste sitzen lernen. Die Physiotherapeutin und Olivia kannten sich vom Reiten. Sie ließ Olivia und Renato in die Physiotherapie kommen und zeigte ihnen, wie sie mich anfassen und stützen sollten. So links und rechts gehalten, saß ich schließlich am Bettrand. Diese halbe Stunde war aber weit mehr als eine Physiotherapie. Die gewaltige körperliche Anstrengung zusammen mit der körpernahen Anwesenheit meiner beiden Kinder vermochte den Nebel in mir zu lichten. Ich kann mich an diese Stunde erinnern. Meine Erinnerung stimmt genau mit derjenigen von Olivia überein. Sie hatte das Ereignis auf Ende Oktober 2010 datiert. Dann glitt ich wieder in meine subjektive Wirklichkeit zurück. Heute bin ich jedoch davon überzeugt, dass diese Stunde wesentlich dazu beitrug, mich wieder ins Leben zurückzuholen.

Ich konnte mich nicht bewegen, konnte nicht sprechen und nicht essen. Da waren überall die Apparate und Bildschirme. Es piepste und flimmerte. „Sauerstoff“ wurde zu einem zentralen Begriff in meinem Denken. Manchmal kam jemand vom Pflege-personal und zwang mich zum Atmen. Ich musste von der Ma-schine allmählich loskommen. Meine Atemmuskulatur musste den Brustkasten so weit öffnen, dass die Luft in die Lungen strömen konnte. Anscheinend tat mein Körper dies, denn ich lebe noch. Doch damals hatte mein Bewusstsein nicht die Kraft, auch nur überleben zu wollen. Mein Körper wollte jedoch leben, denn er löste sich langsam von dem Sauerstoffgerät und atmete wieder selber...

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