Die Botschaft des göttlichen Feuers

Die Sonne im Horoskop und der kreative Weg zu Individualität und Berufung
Art.-Nr.: 111

Liz Greene

Produktform:  Paperback
Seitenzahl:  270
ISBN:  3-89997-111-6 / 978-3-89997-111-8
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Produktdetails

Die meisten Menschen sind mit ihrem Sonnenzeichen vertraut. Die gängigen Begriffe wie „Selbstausdruck“ oder „Ich“ geben nur einen unzureichenden Einblick dieses äußerst komplexen astrologische Symbols. In diesem Buch werden die vielen Dimensionen der Sonne im Horoskop eingehend behandelt, angefangen von der Sonne als Vatersymbol bis hin zu ihrer Entsprechung für Identität, Berufung und spirituelle Werte. Die Sonne spiegelt einen Prozess der Entfaltung innerhalb des Lebens. Die Sonne ist immer im Werden begriffen und ihre Entwicklung findet in Zyklen statt. Für die Weiterentwicklung der Sonne sind immer wieder Anstrengungen notwendig. Mit Hilfe der Transite und Progressionen der Sonne können Sie sich Klarheit über diesen Ablauf verschaffen. So vermittelt dieses Buch Ihnen nicht nur die Grundlagen für eine solide Deutung der Sonne, sondern hilft Ihnen, ihre eigene Berufung und Kreativität zu finden.

Autorenporträt

Alle Bücher dieses Autors

 Liz Greene Liz Greene (1947) ist promovierte Psychologin und Jungsche Analytikerin. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Astrologin und gibt Seminare in ganz Europa. Beim Astrodienst Zürich wirkte sie an der Entwicklung von vier Textanalysen mit. In London gründete sie das "Center for Psychological Astrology", das sie leitet. Neben zahlreichen Fachartikeln hat sie 22 Bücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Ihre bekanntesten Titel sind Sage mir Dein Sternzeichen und ich sage Dir, wie du liebst (1980), Saturn (1981), Jenseits von Saturn (1984), Neptun - die Sehnsucht nach Erlösung (1996), Abwehr und Abgrenzung (1998) und Uranus im Horoskop (1999).

Leseprobe

Einleitung



Jeder Astrologie-Student lernt als Erstes etwas über die Sonne. Auch der erste Kontakt, den ein Laie mit der Astrologie macht, besteht meistens darin, dass er die Beschreibung des Sonnenzeichens in einer Zeitung liest. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir diesen fundamentalen astrologischen Baustein nicht wirklich verstehen. Bezüglich der Sonne benutzen wie Begriffe wir z.B. «Selbstdarstellung» und «Individualität», aber wie das bei vielen Schlagwörtern der Fall ist, wissen wir möglicherweise gar nicht so genau, was wir wirklich damit meinen. Obwohl jedes astrologische Lehrbuch sich zuerst mit der Sonne beschäftigt, ist sie ein schwer fassbares und komplexes Symbol. Ich habe oft das Gefühl, dass wir der Sonne nie wirklich auf den Grund gegangen sind, was immer wir auch bis jetzt über sie gelesen oder gelernt haben. Es gibt so viele Ebenen und Ausprägungen der Sonne, deren riesiges Ausmaß wir erkennen, wenn wir uns im weiteren Verlauf des Seminars mit der Mythologie der Sonnengötter befassen.

In der heutigen Zeit gibt es auf der kollektiven Ebene sehr starke Strömungen, die mit dem Transit von Uranus und Neptun durch Wassermann einhergehen und die das genaue Gegenteil der Werte sind, die die Sonne verkörpert. Ich könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass es heutzutage nahezu als politisch inkorrekt gilt, der astrologischen Sonne zu viel Bedeutung beizumessen. Und wenn wir das Konzept astrologischer «Zeitalter» akzeptieren, das durch die Präzession des Frühlings-Äquinoktial-Punktes durch die Konstellationen widergespiegelt wird, dann stellen wir fest, dass wir an der Schwelle des Wassermann-Zeitalters stehen – dessen Werte ebenfalls das Gegenteil der Sonnenthemen repräsentieren. Es gibt zur Zeit in der kollektiven Psyche sehr vieles, wodurch die Sonnenthemen abgemildert werden. Ich will damit nicht sagen, dass das «falsch» oder «schlecht» ist. Es ist einfach so, und wir können nur hoffen, dass es eine notwendige und letztendlich positive Phase im Zyklus der menschlichen Evolution widerspiegelt. Aber immer dann, wenn auf der kollektiven Ebene etwas stark betont wird, sollte das Individuum dazu fähig sein, darauf ebenfalls als Individuum zu antworten – auch wenn letztlich das Wohlergehen der Gruppe Vorrang hat. Deshalb ist es für uns wichtig, die Sonne so genau wie möglich zu verstehen, eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, wie wir mit ihr arbeiten, leben und wie wir sie auf individuelle Art und Weise ausdrücken können. Dann sind wir in der Lage, kreativ und intelligent auf den Zeitgeist zu reagieren, anstatt von ihm verschlungen zu werden.

C.G. Jung, dessen Geburtshoroskop die Polarität von Sonne in Löwe und Aszendent in Wassermann aufweist, war davon überzeugt, dass das einzige Mittel gegen ein Abgleiten der Masse in Unbewusstheit und all der damit verbundenen blinden Zerstörungswut ein Gefühl für individuelle Identität und individuelle Werte sei. Derzeit ist Individualität nicht «in». Das Wort «global» ist ständig in aller Munde. Nationalismus ist abscheulich, Elitedenken anstößig, die politische Korrektheit erreicht widerwärtige Extreme und das gegenwärtige «zum Schweigen bringen», das die britischen Medien heimsucht, reduziert das intellektuelle Niveau auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, bloß um nicht jene zu beleidigen, die keine Lust dazu haben, nach etwas zu streben. Wir dürfen nicht egoistisch auf eine Weise denken, die fragt: «Und was ist mit mir?» Wir werden dazu ermutigt, kollektiv zu denken, und die Betonung liegt auf «Teilen» und «Teilnehmen». Das zeigt sich sehr deutlich in der Art der Regierungen, die wir in Europa an die Macht gebracht haben, seit Uranus und Neptun in das Zeichen des Wasserträgers eingetreten sind. Zweifellos ist das richtig und angebracht – die Welt führt lediglich auf oder reflektiert, was die Transite auf der archetypischen Ebene anzeigen.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es unerlässlich ist, uns unseres Handelns wirklich bewusst zu werden und fähig zur Entscheidung und Unterscheidung zu sein. Da wir als Astrologen mit Individuen arbeiten, müssen wir lernen, die Sonne besser zu verstehen. Wir arbeiten nicht mit dem Kollektiv, außer in Seminaren oder Supervisions-Gruppen; und das sind normalerweise kleine Gruppen, die dem einzelnen Studenten dabei helfen sollen, seine Deutungsfähigkeiten weiterzuentwickeln. Wir bieten Beratungen für einzelne Menschen an. Sie kommen zu uns, und wir deuten ihre Horoskope, weil sie sich Gedanken machen, was in ihrem eigenen, individuellen Leben passiert. Wie auch immer der gegenwärtige Zeitgeist ist, es ist nicht unsere Aufgabe, diesen Leuten zu sagen, dass sie global und nicht persönlich denken sollen – selbst wenn ihre Berufung auf einen Beitrag zum Kollektiven hinweist. Und um zu verstehen, was sie sind und was sie als Individuen brauchen, müssen wir zuerst die Sonne im Geburtshoroskop verstehen.

Ich möchte mit der Mythologie der Sonne beginnen. Mythen sprechen unsere emotionale und schöpferische Ebene an. Sie erweitern unseren Geist über vertraute Denkstrukturen hinaus. Sie zeigen uns universelle Wahrheiten und fundamentale menschliche Verhaltensmuster, die sich nicht verändern und jenseits aller Trends liegen, egal welches Zeitalter wir uns ansehen. Menschliche Themen im Mythos sind nicht durch die Perspektive eines bestimmten Kontextes, z.B. dem einer besonderen historischen Situation oder einer besonderen Gesellschaftsform beschränkt. Mythen sind ursprünglich, zeitlos und universell. Sie sind frei von politischer Polemik. Sie entstehen aus der Tiefe der Psyche, einer Ebene, die vom Ego nicht kontrolliert werden kann, und kein Gesetz einer Regierung kann ihre Macht, ihre Wichtigkeit und ihre Wahrheit zerstören.

Obwohl es in jeder Kultur, in jeder historischen Epoche Mythen über die Sonne gegeben hat, möchte ich mich besonders auf die Mythologie des Apollo konzentrieren. Er ist nicht der einzige Sonnengott von Bedeutung, wir werden uns auch kurz verschiedene andere anschauen. Apollo ist aber der kultivierteste Sonnengott der Antike. In der Diskussion möchte ich die Mythen des Apollo mit einigen möglichen psychologischen Deutungen in Verbindung bringen. Mythische Eigenschaften und Geschichten erzählen uns nämlich etwas darüber, wer und was wir sind. Parallel dazu möchte ich einige dieser mythischen und psychologischen Prinzipien mit tatsächlichen Stellungen der Sonne in individuellen Geburtshoroskopen in Zusammenhang bringen. Mit anderen Worten, ich werde z.B. fragen: «Was hat dieser Mythos mit der Sonne im 2. Haus zu tun? Was kann uns diese mythische Figur über die Sonne in Fische erzählen? Wie steht diese Geschichte mit der Sonne in Opposition zu Saturn in Verbindung? Was kann uns dieses Motiv über die Sonne in Konjunktion zu Jupiter sagen?»

Es ist wichtig, die Dinge zu erforschen, die die Sonne verletzen, und herauszufinden, warum ein Mensch größere Schwierigkeiten hat, die Sonne in seinem Leben auszudrücken als ein anderer. Manche Menschen scheinen komplett blockiert zu sein. Ihre Sonne ist unsichtbar. Bestimmt haben Sie schon einmal folgende Erfahrung gemacht. Sie haben einen Termin mit einem Klienten vereinbart, sich vorab mit seinem Geburtshoroskop beschäftigt und anhand der Sonne ein Vorurteil darüber entwickelt, wie diese Person wohl sein könnte. Vielleicht sehen wir die Sonne in einem Feuerzeichen, im starken Aspekt zu Jupiter und Mars und denken: «Dieser Klient ist bestimmt eine starke Persönlichkeit voller Selbstvertrauen und Energie.» Und dann betritt eine graue, schüchterne Kreatur Ihr Haus, drückt sich ängstlich in einer Ecke herum und wir wundern uns nur noch, was da wohl passiert ist. Wo ist die Sonne? Warum scheint sie nicht? Viele Arten von psychischen und emotionalen Schwierigkeiten und kreativen Blockaden, die häufig mit interessant klingenden, jedoch letztlich nicht besonders hilfreichen psychologischen Etikettierungen versehen werden, hängen letztlich mit einer blockierten, geschwächten, unterdrückten oder unausgebildeten Sonne zusammen. Warum passiert das? Was kann das Individuum tun?

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