Schattenseiten der Seele

Extreme Seelenzustände im Horoskop
Art.-Nr.: 133

Liz Greene

Produktform:  Hardcover, 13 Abbildungen
Seitenzahl:  347
ISBN:  3-89997-133-7 / 978-3-89997-133-0
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Produktdetails

Seit Bestehen der Menschheit haben psychische Störungen Religion und Medizin herausgefordert und trotz aller moderner Wissenschaft sind wir heute oft nicht viel weiter gekommen, um diese Leiden zu verstehen. Die Astrologie bietet zwar keine Lösung, sie vermittelt Ihnen aber Einblicke, warum manche Menschen auf Konflikte mit innerem Rückzug und warum andere wiederum mit Aggressionen gegen Mitmenschen reagieren. Liz Greene untersucht in diesem Buch die verschiedenen seelischen Extremzustände aus astrologischer Sicht. Psychopathologie, Wahnsinn oder das kollektive Ausgrenzen von Sündenböcken sind unbequeme Themen, die nicht nur in der Astrologie, sondern in unserer Gesellschaft generell gerne vermieden werden. Indem wir uns mit den Ursprüngen des so genannten Wahnsinns befassen, können wir einen positiven Zugang und eine Antwort finden auf die Frage, warum manche Menschen nicht mit den Herausforderungen des Lebens fertig werden.

Autorenporträt

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 Liz Greene Liz Greene (1947) ist promovierte Psychologin und Jungsche Analytikerin. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Astrologin und gibt Seminare in ganz Europa. Beim Astrodienst Zürich wirkte sie an der Entwicklung von vier Textanalysen mit. In London gründete sie das "Center for Psychological Astrology", das sie leitet. Neben zahlreichen Fachartikeln hat sie 22 Bücher geschrieben, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Ihre bekanntesten Titel sind Sage mir Dein Sternzeichen und ich sage Dir, wie du liebst (1980), Saturn (1981), Jenseits von Saturn (1984), Neptun - die Sehnsucht nach Erlösung (1996), Abwehr und Abgrenzung (1998) und Uranus im Horoskop (1999).

Leseprobe

Vom Himmel gestürzt werden

In der griechischen Mythologie wird der Zorn von Zeus normalerweise von jedem Gott ausgelöst, der es wagt, seine Position als Herrscher des Universums in Frage zu stellen. Seine Bestrafung bringt grundsätzlich ewiges Leid, oder sie katapultiert den Gegner mit Blitz und Donner in die Vergessenheit. Feuer ist das übliche, von Zeus verwendete Mittel: Ixion, der es sich erlaubt, Hera verführen zu wollen, wird an ein brennendes Rad gebunden, und Aesclepius, der es sich erlaubt, sich über den Tod zu erheben, wird mit einem Blitzschlag zu Asche verbrannt. Aber die berühmteste Strafe, die Zeus verhängt hat, hat nichts mit Feuer zu tun. Es geht um die Bestrafung von Prometheus. Dieses mythische Bild erzählt uns viel über die Art von Wahnsinn, die durch Jupiter widergespiegelt wird. Prometheus hat sich dadurch schuldig gemacht, dass er das göttliche Feuer gestohlen hat, um es den Sterblichen zu geben – gegen den ausdrücklichen Willen von Zeus. Als Strafe wird er in den Bergen an einen Felsen gekettet, und Tag für Tag wird seine Leber von Zeus’ Adler aufgefressen. Jede Nacht aber wächst die Leber nach, und am folgenden Tag beginnt die Qual aufs Neue.

Dieses zyklische Leiden, gefolgt von einer Erholungspause, ist charakteristisch für die aufeinander folgenden Zustände der manischen Depression, die man jetzt in der Psychiatrie eher als «Befindlichkeitsstörung» denn als Krankheit auffasst. Der Mensch kann für eine kurze Zeit ein Mittelmaß halten, dann aber baut sich allmählich der manische Zustand wieder auf. Zu diesem Prozess gehören ein sehr hohes Ausmaß an Energie und Aktivität, extreme Ruhelosigkeit, Euphorie, ein geringeres Schlafbedürfnis und ein übersteigerter Selbstwert. Im Extremfall kann dieser manische Zustand in eine schwere Depression münden, die oft von Selbstmordgedanken und manchmal auch von Selbstmordversuchen begleitet wird. Eine der Schwierigkeiten der manischen Depression besteht darin, dass – obwohl die meisten Fälle einer dokumentierten Symptomatik folgen – das Problem oft mit leichten Stimmungsschwankungen in der Jugend beginnt. Zurzeit ist die häufige Diagnose einer bipolaren Störung bei jungen Leuten eine wirkliche Gefahr in Amerika, weil damit auch die, die eine angeborene Disposition für solche Stimmungsschwankungen haben, ohne einen Hinweis auf Wahnsinn abgestempelt und medikamentös behandelt werden.

In den manischen Phasen des bipolaren Zyklus werden Jupiter-Eigenschaften sichtbar. Aber viele jupiterbetonte Menschen verhalten sich von Haus aus so und sind nicht verrückt. Sie nehmen Risiken in Kauf, sind überschwänglich und selbstsicher, vertrauen ihrer Intuition und ihrem Glück ohne sichtbaren konkreten Grund. Ihre Rastlosigkeit und ihre enthusiastische Suche nach Vergnügen zeigt die wahre Natur des großen mythischen Königs der Götter. Wenn ihre Träume sich als unerreichbar erweisen oder wenn sie gezwungen werden, auf bestimmte Ergebnisse zu warten, werden sie oft für eine Zeit lang depressiv. In diesen depressiven Phasen der manischen Depression zeigen sich auch saturnische Eigenschaften. Aber viele saturnische Menschen sind von Natur aus melancholisch, misstrauen dem Leben und erwarten immer das Schlimmste, um Enttäuschungen zu vermeiden. Das macht sie noch längst nicht wahnsinnig.

Stimmungsschwankungen sind nicht immer eine Indikation für manische Depression. Aspekte wie schwierige Jupiter/Saturn-Verbindungen, ein starker Jupiter in einem Eckhaus zusammen mit einem starken Saturn oder eine gleichzeitige Betonung von Steinbock und Schütze kann sich in zyklischen «Hochs» und «Tiefs» äußern. Es kann Jahre dauern, bis sich ein Mensch mit diesen Gegensätzen ausgesöhnt hat. Stimmungsschwankungen sind normal und auch unvermeidlich. Aber eine schwere manische Depression bewegt sich im Bereich von Wahnsinn. Und sowohl das betroffene Individuum als auch die Menschen in seiner näheren Umgebung leiden sehr stark darunter. Wir müssen untersuchen, warum ein «normales» Maß an emotionaler Labilität, die eine bestimmte Art von Dichotomie im Geburtshoroskop anzeigt, so extrem werden kann, dass beide Enden des Stimmungsspektrums außer Kontrolle geraten und das bewusste Ich überschwemmen. Es gibt unter Psychiatern keine Übereinstimmung hinsichtlich der Ursachen manischer Depression, obwohl man grundsätzlich davon ausgeht, dass sie durch eine Kombination von Faktoren, einschließlich des angeborenen Temperaments, des genetischen Erbes und der frühen Umgebung, entsteht. Die organische Seite des psychiatrischen Spektrums legt die Betonung natürlich auf biochemische Instabilität, die die Übertragung von Nervenimpulsen im Gehirn stört.

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