ARTIKEL 8 VON 8

Pholus - Wandler zwischen Saturn und Neptun

Die Wende ins Unerwartete
Art.-Nr.: 00-20

Robert von Heeren und Dieter Koch

Produktform:  Hardcover, Hardcover, 25 Abbildungen, früher € 25,51
Seitenzahl:  310
Erscheinungsjahr:  1995
Erscheinungsjahr:  1995
ISBN:  978-3-925100-20-8
EAN:  9783925100208
vergriffen

Produktdetails

Am 9. Januar 1992 wurde das äußerst ungewöhnliche Objekt "1992 AD" entdeckt, dem man später den Namen Pholus gab. Bei einer Umlaufzeit von 92 Jahren kreuzt er die Saturnbahn nach innen und überschreitet bei Sonnenferne sogar die Neptunbahn nach außen. Den Astronomen wirft er einige Rätsel auf, denn er ist weder den Asteroiden, noch den Kometen eindeutig zuzuordnen. Auch die Mythologie um Pholus ist rätselhaft: Als einziger gutmütiger und zivilisierter Kentauer neben Chiron, nimmt sein Leben ein merkwürdig abruptes Ende. Nach dem wilden Kentaurenkampf, in dem Herakles die meisten Kentauren mit seinen Giftpfeilen tötete und versehentlich auch Chiron unheilbar verwundete, zieht Pholus aus Faszination einen Pfeil aus einer Kentaurenleiche. Der Pfeil entgleitet ihm und tötet ihn unverzüglich. Die Autoren legen das weltweit erste umfassende Werk zu Pholus vor. Wissenschaftlich fundiert analysieren und veranschaulichen sie seine ungewöhnlichen astronomischen Eigenschaften. Mit sehr viel Sachkenntnis ergründen sie anhand eigener Neuübersetzungen die Quellentexte zu Chiron und Pholus. Die astrologische Qualität und Relevanz wird jedoch nicht nur theoretisch abgeleitet, sondern mittels intensiver Transitforschung belegt. Die Autoren kommen dadurch sowohl zu lebensnahen Deutungen für Häuser- und Planetentransite, als auch zu Interpretationen seiner Planetenverbindungen und Häuserstellung im Horoskop. Pholus spielt eine entscheidende Rolle als Auslöser unerwarteter Grenzerfahrungen, in denen sich unsere Selbstbewahrung in eine Öffnung für das Unbekannte wandelt. Ergänzt wird das Buch durch eine Ephemeride der Jahre 1900-2019 für Pholus und die Originaltexte der Mythologie um Chiron und Pholus.

Autorenporträt

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Robert von Heeren (1964) staatlich geprüfter Musiklehrer, befasst sich seit 1984 intensiv mit Astrologie. Er schreibt regelmäßig in Fachzeitschriften. Darüber hinaus gibt er astrologische Vorträge, Seminare und Beratungen in München. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung der Kentauren.

Dieter Koch (1959) Studium der Philosophie mit Schwerpunkt auf griechischen und alt-indischen Texten, setzt sich seit 1988 intensiv mit der Astrologie auseinander. Betreibt astrologische Grundlagenforschung und schreibt regelmäßig in astrologischen Fachzeitschriften. Tätig in der Programmentwicklung für astrologische Software.

Leseprobe

Pholus  - ein Schicksalsgenosse Chirons

Der neue Planet Pholus ist sowohl in astrologischer als auch in astronomischer Hinsicht eng verwandt mit Chiron. Ähnlich wie Chiron zwischen Saturn und Uranus, so pendelt Pholus zwischen Saturn und Neptun hin und her. Beide Himmelskörper haben ungefähr gleiche Größe und eine chemische Zusammensetzung, die vermuten läßt, daß sie aus dem transneptunischen Bereich hierhin eingewandert sind. In der Mythologie ist Pholus wie Chiron ein Kentaur. Pholus' astrologisches Schicksal, seine Akzeptanz oder Ablehnung in der Gemeinschaft der Astrologen, hängt daher eng mit dem Stellenwert zusammen, den man Chiron in der astrologischen Arbeit zu geben bereit ist.

Die Kontroverse um Chirons astrologische Bedeutsamkeit ist noch nicht beigelegt. Einerseits erfreut er sich bei einer wachsenden Zahl von Astrologen großer Beliebtheit. Auf der anderen Seite lehnen ihn viele wegen seiner relativen Kleinheit immer noch ab. Mit seinem geringen Durchmesser, der zwischen 83 und 156 Kilometern liegt,' nimmt er sich neben den Riesenplaneten Saturn und Uranus, zwischen deren Bahnen er hin- und herpendelt, tatsächlich wie ein Stecknadelkopf zwischen einem Fußball und einem Gymnastikball aus. Keine bessere Figur macht übrigens Pholus. Gegen Chirons Verwendung in der Astrologie bringt man auch oft vor, er sei gar kein Planet, sondern »nur ein Asteroid« (»Planetoid«) oder sogar »nur ein Komet«. Damit scheint der Fall klar, denn Asteroiden und Kometen gibt es wie Sand am Meer, Tausende, ja Zehntausende, und wer wollte die schon alle ins Horoskop einzeichnen! Eine Rolle spielt bei der Ablehnung Chirons auch, dass es offenbar nicht ganz leicht fällt, diesen Himmelskörper ins traditionelle System der Herrschaften einzugliedern. Für viele Astrologenschulen ist dieses System aber von zentraler Bedeutung, und ohne es ist astrologische Arbeit für sie unvorstellbar.

Nun, wir würden natürlich kein Buch über Pholus schreiben, wenn wir nicht überzeugt wären, dass die betreffenden Leute es sich mit solchen Argumenten zu einfach machen. Zunächst ist ein Asteroid nichts anderes als ein kleiner Planet, der die Sonne genau so umkreist wie alle Großplaneten. Sodann ist Kleinplanet (Asteroid) nicht gleich Kleinplanet: es gibt ganz verschiedene Kategorien davon, und man kann nicht alle in denselben Topf werfen. Es lässt sich nicht einmal eindeutig definieren, was »klein« heißt, und folglich ist es relativ willkürlich, wo man die Grenze zwischen Klein- und Hauptplaneten ziehen will. Und schließlich arbeiten praktisch alle Astrologen schon seit Jahrzehnten ? ohne sich dessen bewusst zu sein ? mit zumindest einem Kleinplaneten oder, wenn man will, Asteroiden: mit Pluto. Wir werden darauf zurückkommen.

Aber auch der Einwurf, Chiron sei »nur ein Komet«, ist recht unüberlegt dahingeworfen. Gerade von Kometen erwarteten die Astrologen früherer Jahrhunderte starke Wirkung. Im übrigen ist eine absolute Grenzziehung zwischen Asteroiden und Kometen gar nicht möglich. Chiron selbst ist ein Zweifelsfall, und er ist nicht der einzige.

Was ist ein Kleinplanet?

Neben Sonne, Mond und den acht Hauptplaneten, mit denen die Astrologen gewöhnlich arbeiten, gibt es also zahllose Kleinplaneten. Wie schon die Bezeichnung sagt, sind sie im Grunde Planeten wie alle anderen auch. Sie umkreisen nämlich die Sonne auf ganz eigenständigen Bahnen und sind nicht, wie die Monde, an andere Planeten gebunden. Allerdings sind sie besonders klein und zahlreich. Ein großer Teil dieser Himmelskörper bewegt sich im Raum zwischen Mars und Jupiter. Ein anderer großer Kleinplanetenring befindet sich, wie man seit kurzem weiß, jenseits von Neptun. Schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als gerade zwei solcher Kleinkörper, Ceres und Pallas, entdeckt waren, begannen die Astronomen daran zu zweifeln, daß es sich bei ihnen um vollwertige Planeten handle, und folglich nach einer anderen Bezeichnung zu suchen. Friedrich Wilhelm Herschel, der Entdecker von Uranus, schlug den Namen Asteroiden vor, d.h. »Sternähnliche«, weil traditionelle Teleskope sie ? anders als die Hauptplaneten, aber ähnlich wie die Fixsterne ? nicht als Scheibe, sondern nur als Punkt zeigen. Piazzi, der Entdecker von Ceres, fand es besser, von Planetoiden, d.h. »Planetenähnlichen«, zu sprechen.' Heute hört man oft auch von Kleinplaneten oder kleinen Planeten (engl. minor planets) reden, und ich möchte dieser Bezeichnung den Vorzug geben. Es ist nämlich schwer zu sagen, weshalb diese Himmelskörper nur »planetenähnlich« und nicht tatsächlich Planeten sein sollen. Die Größe ist kein taugliches Argument, wie wir gleich sehen werden. Der Ausdruck »sternähnliche« anderseits ruft ohnehin nach der Ergänzung »Planeten«. Das griechische Wort planetes bedeutet »Umherirrer«. Planeten bleiben im Gegensatz zu den Fixsternen nicht am selben Ort am Firmament »fixiert«, sondern »irren umher«. Auch Sonne und Mond sind in diesem ursprünglichen Wortsinn, im Wortgebrauch der antiken Astronomen und auch noch für die modernen Astrologen Planeten.

Rezensionen

Hamburger Hefte: "Das Buch ist mit großem Ernst, zuverlässiger Genauigkeit und in die Tiefe gehender Betrachtung geschrieben und eine Bereicherung für jeden Astrologen."

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