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Das Fundament der Astrologie

Wie die alten Herrscher und die neuen Planeten zu ihrer astrologischen Bedeutung kamen
Art.-Nr.: 195

Sue Ward

Produktform:  Paperback, zahlreiche farbige Abbildungen
Seitenzahl:  144
Erscheinungsjahr:  2011
Erscheinungsjahr:  2011
ISBN:  978-3-89997-195-8
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Produktdetails

Sue Ward erklärt die Grundlagen der Astrologie anhand einer der ältesten uns zugänglichen Quellen, nämlich die Schöpfungsgeschichte. Schlüssig erläutert sie, wie sich daraus die Qualitäten, die Zurodnung der Elemente und schließlich auch die klassischen Herrscher ableiten lassen. Die Struktur der Astrologie reflektiert sowohl den philosophischen als auch den physikalischen Rahmen des Universums.

Mit der Entdeckung der äußeren Planeten Uranus, Neptun und Pluto stellte sich die Frage, ob und wie diese in die Reihe der Herrscher eingefügt werden sollten. Sie studierte zeitgenössische Quellen, um zu erfahren, wie die heute gängigen Deutungen entstanden sind. Es zeigt sich, dass der Einfluss der esoterischen Astrologie die Deutungsinhalte massgeblich geprägt hat. Am Schluß stellt sie die Frage, inwieweit es gerechtfertigt war, das System der klassischen Herrscher zu verändern.

Autorenporträt

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 Sue Ward Sue Ward arbeitet seit über 25 Jahren als klassische Astrologin in der Tradition von William Lilly. Sie ist als astrologische Beraterin tätig und hält regelmäßig Vorträge. Seit 1993 ist sie Herausgeberin des Traditional Horary Course, eines Fernkurses für klassische Stundenastrologie.

Leseprobe

Gott, das Universum und das Eigentliche

Der Schlüssel zur Astrologie und deren praktischer Anwendung liegt in ihrem geistigen Unterbau und in ihrer Philosophie. Trotz der Unterschiede in der Herangehensweise haben alle Denkschulen eines gemeinsam, nämlich dass es Theorie und Praxis gibt, oder anders ausgedrückt: ein System und eine Methode. Einmal gründlich gelernt, entwickelt sich ein Verständnis, aber das erforderliche Verstehen vollzieht sich nicht im Gehirn, welches lediglich Informationen sammelt und diese in eine wiedererkennbare und gebräuchliche Form bringt. Jeder kann nachvollziehen, dass Merkur im Quadrat zu Mars eine hitzige Diskussion hervorrufen könnte. Ein tieferes Verständnis antwortet auf die Frage, warum Merkur im Quadrat auf einen heftigen Wortwechsel hinweist. Solch ein tiefes Verstehen braucht bei allen, abgesehen von den besonders Begabten, eine lange Zeit, bis es sich entwickelt. Aber mit einem solchen tieferen Verständnis können wir all unser Wissen sammeln und es in jeder Hinsicht ohne Gewalt, ohne besondere Kunstgriffe anpassen. Somit kann die Astrologie alles Erforderliche tun und wird niemals enttäuschen. Die Antwort beginnt im Intellekt, dem merkurialen Teil.

Was die Aufklärung und das New Age zustande gebracht haben, war die Abspaltung der Astrologie von den anderen hermetischen Wissenschaften wie der Magie oder der Alchemie. Eine Unterbrechung von 200 Jahren in der Entwicklungslinie der Astrologe führte zu einem geradezu katastrophalen Schaden: die mündliche Überlieferung ging verloren. Dadurch war die Astrologie so gut wie tot und wenn nicht Astrologen wie William Lilly Schriften in ihrer Muttersprache veröffentlicht hätten, wäre die Überlieferung ganz verloren gegangen. Es ist klar, dass die Astrologie ähnlich wie die Gesellschaft säkularisiert werden musste und dass dies mit dem Problem zusammenhängt, dem die Tradition sich stellen musste.

Soweit das menschliche Wissen zurückreicht, blieb die Astrologie von einer Generation zur nächsten und von einer Kultur zu nächsten wiedererkennbar. Ihre Abstammung kann in gerader Linie zurückverfolgt werden. Allerdings hörte diese Entwicklungslinie gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf, und in heutiger Zeit weist die Astrologie nur noch wenig Ähnlichkeit mit ihrer Tradition auf. Mit der zunehmenden Säkularisation der Gesellschaft wurden Göttlichkeit und Schöpfung vergessen. Wir haben die alte Spiritualität und die entsprechenden Philosophien beiseite geschoben und durch andere Dinge abgelöst. Wir haben sie allerdings nicht mit einer vereinheitlichenden Philosophie ersetzt, es fehlt ein Rahmen, mit dem wir alle gemeinsam arbeiten könnten. Dieser Zerfall bedeutet, dass es kein System und keine Theorie mehr gibt. Nur die Methode, die Praxis, bleibt, und diese variiert von Astrologe zu Astrologe. (...)

Zum Verständnis dieser Prinzipien ist keine religiöse Perspektive und kein Glaube erforderlich, und es ist unwichtig, ob andere Worte dafür gebraucht werden, aber bei dem Versuch, die Astrologie zu verstehen, müssen wir begreifen, was diese ist und warum und wie sie funktioniert. Auf diese Weise erhöhen wir sowohl die Astrologie als auch uns selbst. „Du sprachst mit Engeln, nein, mit Gott selbst!“, um Lilly und seine Zeitgenossen zu zitieren. Die Auswahl anderer Begriffe, um diese Ideen zum Ausdruck zu bringen, verändert nichts, weil das Prinzip das gleiche bleibt und man dieses einfach nur mit einem Namen versehen muss. Wird die Göttlichkeit akzeptiert, und sei es nur als Prinzip, dann wird schnell klar, dass die Wissenschaft der Aufklärung keine angemessenen Fragen zur Astrologie stellt, vielleicht auch nicht stellen kann.

Betrachten Astrologen diese Planetensymbole, dann kommt ihnen sofort deren Bedeutung in den Sinn. Wären diese einfach nur eine Kurzschrift, dann wäre der nahe gelegene Reflex nicht imaginativ, sondern lediglich intellektuell. Diese Glyphen sind Symbole, und wie alle Symbole können sie den Intellekt umgehen. Das ist auch der Grund dafür, dass es uns so schwerfällt, uns von unkorrekter Symbolik frei zu machen. Es gibt eine stillschweigende Interaktion zwischen dem Astrologen und diesen Symbolen, die weit über ein schnelles Niederschreibens von Ideen hinausgeht. Ähnlich wie Ideogramme sind diese Symbole Repräsentanten von Prinzipien, die weit über ihre einfachen Namen und ihre Gestalt hinausreichen.

Sie sind symbolisch für ein komplexes System an Entsprechungen. Wir können diese Korrespondenzen als eine Verkörperung bestimmter Dinge oder, in astrologischen Worten, als Herrschaften zum Ausdruck bringen. Das System der Entsprechungen ist aber sehr viel profunder, als diese Worte nahelegen.

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